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Thema: Glaube

Synode

Paul, der Selige

Aus: Christ & Welt Ausgabe 43/2014

Unter dem Titel „Franz & Friends“ blickt Christ & Welt in den Vatikan.

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GELD

Mammon, Stein und Eisen bricht

Aus: Christ & Welt Ausgabe 43/2014

Vergangene Woche diskutierten Christiane Florin und Andreas Öhler in Christ & Welt, ob die Kirchen Rekordeinnahmen verdient haben. Ein evangelischer Pfarrer mischt sich ein: Der Reformstress kostet zu viel

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Julia Klöckner: "Ein Mörder darf zum Tisch des Herrn, wiederverheiratete Geschiedene nicht?"

Aus: Christ & Welt Ausgabe 42/2014

Was sollte das "Angebot" der Kirche an ihre Mitglieder und die, die es vielleicht werden wollen, sein? Spirituelle Orientierung, Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, seelsorgerische Begleitung, freudige Zuversicht. Kein schlechtes Angebot, dennoch wenden sich mehr und mehr Menschen von der Institution ab. Schuld hat nicht allein die Kirche. Die Adressaten haben sich verändert, ihre Erwartungen sind heterogen, weil ihre Lebensweisen es auch sind. Papst Franziskus treibt die Sorge um, seine Kirche werde sich noch weiter von der Lebenswirklichkeit entfernen. Zu Recht, meine ich.Das Arbeitspapier für die Bischofssynode stimmt mich zuversichtlich. Die Gründe für die Krise der katholischen Kirche werden offen angesprochen. Die Frage etwa, ob wiederverheiratete Geschiedene zum Abendmahl zugelassen werden sollen, ist ein wichtiges Thema. Die Betroffenen können nicht verstehen, warum ein Mörder, aber nicht Wiederverheiratete zum Tisch des Herrn zugelassen werden. Dem Mörder gewährt die Kirche zu Recht Verzeihung, warum "gescheiterten" Eheleuten nicht, die ihr Eheversprechen nicht dauerhaft halten konnten oder wollten? Wer die Ehe nicht meistern konnte, darf nicht zum Christen zweiter Klasse werden. Wir brauchen hoffnungsvolle Perspektiven - auch wenn die Biografie Brüche aufweist. Kirche gewinnt dann, wenn sie auffängt und nicht ausgrenzt.Ein Bekenntnis zur Bedeutung der Ehe, aber auch die Anerkennung, dass in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Werte gelebt und Verantwortung füreinander übernommen werden - das ist ein lebensnahes Zuwenden zu den Menschen. Sie zu achten ist auch Aufgabe von Kirche. Das gilt auch für diejenigen, die in keiner Ehe leben oder alleinerziehend sind. Wenn die Kirche will, dass die Menschen ihr offen gegenübertreten, dann muss auch sie offen sein für die veränderten Lebenswirklichkeiten der Gläubigen. Das heißt nicht, dass Kirche beliebig werden sollte, das würde eher ihr Ende als deren Zukunft bedeuten. Ehe und Familie werden als Leitbild nicht überflüssig, wenn man auch andere Lebensweisen verständnisvoll im Blick hat. Gerade junge Menschen wollen von unserer Kirche in ihrer jeweiligen Lebenssituation ernst genommen werden. Viele gehen eine Bindung fürs Leben wegen langer Ausbildungszeiten oder wirtschaftlicher Unsicherheit aufgrund befristeter Arbeitsverträge erst spät ein. Die Kirche kann ihnen Mut machen und sie in ihrem Wunsch, das Abenteuer Familie zu wagen, bestärken. Ich wünsche mir von der Kirche eine lautstarke Stimme, mit der sie an Wirtschaft und Politik appelliert, um eine familienfreundliche Arbeitswelt einzufordern. Sie soll Fragen stellen, auf Missstände hinweisen und gesellschaftliche Diskussionen bereichern: Brauchen wir immer mehr verkaufsoffene Sonntage? Was heißt das für das Familienleben? Als Arbeitgeber sollen kirchliche Einrichtungen mit gutem Beispiel vorangehen, flexible Arbeitszeiten und Kinderbetreuung anbieten.Kirche soll zwar nicht jedem Trend hinterherlaufen, aber sie muss mit der Zeit gehen, sonst gehen mit der Zeit noch mehr Menschen weg von ihr.Julia Klöckner ist Vorsitzende der CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag und stellvertretende Vorsitzende der CDU Deutschland.

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Bodo Ramelow: „Es wird ein Signal der Öffnung geben“

Aus: Christ & Welt Ausgabe 42/2014

Franziskus beeindruckt mich. Immer wieder. Seitdem er im März 2013 zum Oberhaupt der Kirche wurde, hat der Papst bereits viele wichtige Reformen in Gang gesetzt - sei es durch Äußerungen oder sei es auch nur durch bestimmte Gesten. Papst Franziskus hat sich konsequent den Menschen zugewandt. Es ist immer wieder zu spüren, wie sehr ihn die Lebenswelt der Gläubigen beschäftigt. Eine Lebenswelt, in der es auch Widersprüche gibt, auf die die reine Lehre der Amtskirche nicht immer überzeugende Antworten zu geben scheint. Franziskus aber sucht nach diesen Antworten und übersetzt sie in die Sprache der Menschen. Ich habe großen Respekt vor der Leistung, die Weltkirche, eine Organisation von ungeheurem Ausmaß, in einen derartigen Prozess zu führen.Gerade findet die Weltbischofssynode zu den Themen Ehe und Familie statt. Die Erwartungen sind groß - von allen Seiten. Einige erwarten eine Öffnung hin zu einer Anpassung von Regeln an die Lebenspraxis vieler Menschen, und andere erhoffen sich ein klares Festhalten an bestehenden Vorgaben, weil die Kirche nur auf diese Weise Halt für Suchende geben könne. Papst Franziskus macht nun schon wieder etwas Beeindruckendes: Er lässt eine offene Diskussion darüber zu. Diese Auseinandersetzung ist keine einfache. Als Parteipolitiker habe ich immer die Erfahrung gemacht, dass klare Sprache und eine offene Argumentation in diesen Prozessen nur guttun. Sie helfen, am Ende ein gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und auch als Unterlegener die Entscheidung akzeptieren zu können. Nun handelt es sich bei den bundesdeutschen Parteien im Vergleich zur Weltkirche ganz sicher um die sprichwörtlichen "Peanuts", aber ich glaube, meine Erfahrung lässt sich trotzdem übertragen. Und Franziskus scheint es auch so handhaben zu wollen.Wie wird es ausgehen? Zum menschlichen Leben gehört das Scheitern. Lebensentwürfe scheitern, und mit ihnen zerbrechen auch Ehen und Familien. Muss daran auch der Glaube zerbrechen? Nein. Franziskus steht als Papst für eine Kirche der offenen Türen. Für eine Kirche, die Hilfsbedürftigen konsequent zur Seite steht. Warum sollte er nun davon abrücken? Ob damit unmittelbar die Zulassung von Wiederverheirateten zur Kommunion einhergeht, weiß ich nicht. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass es ein Signal der Öffnung geben wird. Und als evangelischer Christ lässt mich Franziskus auch weiter daran glauben, dass eines Tages das gemeinsame Abendmahl möglich sein wird. Die Kirche ist den Menschen zugewandt, das ist gut so.Bodo Ramelow ist Fraktionschef der Linkspartei im Thüringer Landtag.

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Monika Grütters: „Platz für jeden mit seinem mühevollen Leben“

Aus: Christ & Welt Ausgabe 42/2014

Vielfalt ist das, was unsere Gesellschaft kennzeichnet, bedingt nicht nur durch Zuwanderung und Globalisierung, sondern auch durch veränderte Rollen- und Familienbilder. Die katholische Kirche tut gut daran, Glaubenswahrheiten nicht voreilig aus Gründen gesellschaftlicher Akzeptanz zur Disposition zu stellen. Sie darf aber auch nicht die Augen verschließen vor der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Es wird Zeit, dass die katholische Kirche sich öffnet: mit beherzten Reformen insbesondere für einen toleranten Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und für das Diakonat der Frau. „Häufig verhalten wir uns“, so heißt es im Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“, „wie Kontrolleure der Gnade und nicht wie ihre Förderer. Doch die Kirche ist keine Zollstation, sie ist das Vaterhaus, wo Platz ist für jeden mit seinem mühevollen Leben.“ Ich bin Papst Franziskus von Herzen dankbar, dass er in seinen Schriften und in seinen öffentlichen Worten und Taten immer wieder den Kern des christlichen Glaubens, die Liebe und Barmherzigkeit, in den Vordergrund stellt und die Türen der Kirche öffnet für wiederverheiratete Geschiedene und auch für Homosexuelle. Geradezu existenziell für die Zukunft der Institution Kirche ist darüber hinaus ein moderneres Verständnis der Rolle der Frau. Auch wenn das nicht auf der Tagesordnung der Synode steht: Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern muss endlich auch Einzug halten in die Gemeinden. Frauen sind Stützen des Gemeindelebens, ein Diakonat der Frau ist deshalb nicht nur hierzulande längst überfällig. Im Übrigen wird eine respektvollere Einbeziehung der Frauen unserer Kirche auch helfen, Volkskirche zu bleiben, was schwer genug ist angesichts der Entpersönlichung in den Gemeinden. Dabei ist es gerade die Seelsorge, die unsere Priester für uns Gläubige so unersetzlich macht. Gerade weil die Kirche Antworten geben kann auf die Frage nach den sinnstiftenden Kräften und Werten, die unsere Gesellschaft zusammenhalten, ist es so wichtig, dass sie sich nicht durch lebens- und weltfremden Dogmatismus, durch Abschottung von gesellschaftlichen Veränderungen und durch erstarrte Riten aus dem gesellschaftlichen und politischen Diskurs verabschiedet. Ich wünsche mir eine lebendige, offene und streitbare Kirche, deren Stimme in unserer Gesellschaft Gehör findet. Dazu sollte sie den besonderen Wert der Ehe weiterhin verteidigen, aber auch die Bedürfnisse derer ernst nehmen, die in den berühmten Patchworkfamilien Verantwortung füreinander übernehmen. Denn Gehör finden wird unsere Kirche nur, wenn sie ihrerseits ein offenes Ohr hat. Dazu braucht es den Menschen und deren Lebenswirklichkeit zugewandte Oberhirten – auch und ganz besonders in der Bischofssynode. Monika Grütters MdB (CDU) ist Staatsministerin für Kultur und Medien.

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SYNODE

Glaube, Warnung, Liebe

Aus: Christ & Welt Ausgabe 42/2014

In Rom beraten 190 katholische Bischöfe über Liebe, Sex und die Partnerschaften ihrer Kirchenmitglieder. Sie reden offen über die Defizite in der Moral ihrer Kirche. Drei Politiker haben dazu ihre Hoffnungen formuliertmehr

FAMILIENSYNODE

Ein Papst sieht rot

Aus: Christ & Welt Ausgabe 42/2014

Unser Autor Volker Resing berichtet über die Familiensynode aus Rom, bei der 190 Bischöfe aus aller Welt über Ehe, Familie und Sexualmoral beraten

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Vatikan

Papst ohne Gnade?

Aus: Christ & Welt Ausgabe 41/2014

Franziskus wird für sein hartes Durchgreifen beim Thema Missbrauch von den Medien gefeiert. Doch es bleiben Zweifel am Aufklärungswillen des Papstes mehr

Schweiz

Die Kirchenvolksrepublik

Aus: Christ & Welt Ausgabe 40/2014

Basler Katholiken stimmen an diesem Sonntag über den Zölibat und die Frauenweihe ab. Kirchenrecht lässt sich damit nicht verändern. Was also soll die Initiative?

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Amtsschimmel

Franz in der Provinz

Aus: Christ & Welt Ausgabe 39/2014

Das Bonner Aloisiuskolleg will ein leer stehendes Internatsgebäude als Flüchtlingsunterkunft nutzen. Doch Nächstenliebe, so lehrt die städtische Bürokratie, ist eine komplizierte Angelegenheitmehr

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