Sein Motiv: Chuck Norris
Der ewige Texas Ranger
Aus: [Ausgabe 37/2012
Wenn Chuck Norris für einen Präsidenten Mitt Romney kämpft, müssen alle Demokraten in Deckung gehen. Als alternder Action-Star fordert er Law and Order für sein Land

„Was ist der Unterschied zwischen Chuck Norris und Gott? Gott kennt Gnade.“ Es gibt sehr viele Chuck-Norris-Witze, sie alle haben ein Thema: Chuck Norris ist der Härteste unter der Sonne, seine Schläge und Tritte sind tödlich. Mindestens. Jetzt hat, das ist kein Witz, der Action-Star wieder zugeschlagen: Der ewige Texas Ranger unterstützt den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney. In einem Video sagt der Schauspieler, Amerika drohe „für immer“ der Untergang, es werde den Weg „von Sozialismus oder viel Schlimmerem“ nehmen, wenn „wir“ im November falsch wählen. Wer „wir“ ist, sagt Norris nicht. Neben ihm steht seine Frau. Die heißt Gena und warnt vor „tausend Jahren Dunkelheit“. Chuck Norris hat Humor, auf seiner Website veröffentlicht er sogar Chuck-Norris-Witze. Bei ihm heißen sie „Norris-Fakten“: „Chuck Norris war schon auf dem Mars. Deshalb gibt es dort kein Leben.“ Das ist lustig. Doch seine Werbung für Romney meint Norris ernst. Schon 2008 machte er für die Republikaner mobil.
Der 1940 geborene Norris blickt auf eine große Karriere als Kampfsportler und Filmdarsteller zurück. Sein Rollenspektrum ist markant: Norris ist der einsame Krieger, der schlagkräftige Law-and-Order-Mann, aufrecht und viril, eben der Texas Ranger. Dazu passt sein Weltbild, er ist Evangelikaler und Kreationist. Norris’ bizarre Auftritte in der außerfilmischen Realität aber haben ihren Sinn, sie sollen die Grenze zwischen Schein und Wirklichkeit auflösen.
Wenn Chuck Norris auch „in echt“ der ist, den er spielt, bleibt für den Gegner nur eine Rolle übrig: die des besiegten Finsterlings. Pech für Barack Obama, jetzt kommt der Texas Ranger, die bärtige Ikone der Hoffnung. Wie heißt es doch so schön? „Chuck Norris schläft bei Licht. Nicht weil er Angst vor der Dunkelheit hat, sondern weil die Dunkelheit Angst hat vor ihm.“





