Ihr Motiv: Doris Schröder-Köpf
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Aus: Ausgabe 03/2012
Sie will als Direktkandidatin für den Wahlkreis Hannover in den Landtagswahlkampf ziehen. Hat sie keine Angst, im Schatten ihres Gatten zu verschwinden?

Jahrelang war sie die Frau an des Kanzlers Seite, nun drängt es sie selbst in die Politik: Als Direktkandidatin im Wahlkreis Hannover-Döhren will Doris Schröder-Köpf für die SPD in den nächsten Landtagswahlkampf ziehen. Und das ausgerechnet in Niedersachsen, wo ihr Mann Gerhard Schröder einst mit absoluter Mehrheit regierte, als sein Nach-Nach-Nachfolger Christian Wulff noch der radikale Aufklärer der CDU-Opposition war. Weiß sie nicht, dass Niedersachsen noch immer Gerhard-Land ist? Hat sie keine Angst, im Schatten ihres Gatten zu verschwinden? Ja, er kann auch beschützen, dieser Schatten, gerade hier, wo der Name Schröder noch heute Türen öffnet. Überall sonst ist sein Glanz längst verblasst, so als würde Deutschland vergessen wollen, dass ein Schröder es einst regierte. Und was für Deutschland gilt, das gilt für die SPD erst recht. Was also glaubt Doris Schröder-Köpf in Niedersachsen zu gewinnen? Warum kann sie sich nicht einfach damit abfinden, auf immer Gerhards Mädchen zu sein, die Kanzlergattin, verdammt zum Lächeln, Winken und Verlegen von Adventskalendern?
Sie kann mehr, sie weiß das. Sie war mal Politikjournalistin. Damals hieß sie Doris Köpf, ein Name, der heute nackt klingt ohne den ihres Mannes. Dann heiratete sie und plötzlich kannte sie jeder. Doch in dem Moment hörte Doris Köpf auf zu existieren. Von nun an lebte sie das Leben ihres Mannes, ein Doppelleben mit Doppelnamen. Sein Amt bestimmte von nun an ihr Schicksal. Doch sie wusste, worauf sie sich einließ. Jetzt ist das Amt weg. Ihr Mann hat seine Erinnerungen, was aber hat sie? In den USA machte Hillary Clinton vor, dass es mehr gibt als die Leere danach. Sie war Präsidentengattin, nun ist sie Außenministerin. Lange stand sie im Schatten ihres Mannes. Dann trat sie ins Licht.





