Leserbriefe
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01.02.2012
Ist das Zensur? Ausgabe 06/2012
Danke für den informativen Artikel, durch den ich mir ein gutes Bild von der "Jungen Freiheit" machen kann, ohne sie lesen zu müssen.
Mit freundliche Grüßen…
…und guten Wünschen
Thomas Kühner
Thomas Kühner
29.01.2012
Wir Scheinheiligen (Christ&Welt Nr. 5)
Zu dem Artikel "Wir Scheinheiligen" gratuliere ich Ihnen sehr herzlich:er ist das Beste,Ehrlichste,Richtigste und Mutigste,was ich seit langem in der Presse
gelesen habe. Besten Dank!
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…
Dr. Gerhard Kreuter,
26.01.2012
Ein Jahr Christ&Welt
Ich möchte Ihnen zu diesem Einjährigen heute gratulieren, aber auch mir für mein bisheriges Lesevergnügen in diesem ersten Jahr meines Abos! Ihre C&W ist für…
…mich der bevorzugte Leseteil am sonntäglichen Frühstück geworden.
Ich bin intellektuell nicht so gebildet, dass ich 'alle' Ihre Beiträge für mich positiv beurteilen kann. Unter anderem, dass sich Ihre Redaktion für einen Atheisten als redaktionellen Ersatz für Herrn Herder entschieden hat.
Auch der Leitartikel aus dieser Ausgabe über den Bundespräsidenten war nicht objektiv, woher will Wolfgang Thielmann wissen, daß Christian Wulff keine 'Buße' getan hat?
Mein Wunsch ist, mehr Aufbauendes und weniger Parteibezogenes lesen zu dürfen, wie auch vor kurzem über das Judentum. Auch alternative Meinungen von Ihnen sind mir angenehm, wenn ich mich auch mal daran reiben muss - aber bitte auf der obigen Basis!
Sehr erfreut haben mich auch das Bekenntnis von Monsignore Wahl in Ihrer Ausgabe Nr. 4 und der Bericht von Linda Tutmann.
Ich bin deshalb mit Ihnen und der Leistung des Redakteurteams sehr zufrieden und werde sicher weiterhin am Sonntagmorgen meine besinnliche Stunde mit der von Ihnen geführten 'Christ & Welt' verbringen.
Klauspeter Weissenberger
25.01.2012
Christ&Welt Allgemein
Ich lese, wenn "Die Zeit" ins Haus kommt, als erstes immer die Beilage "Christ und Welt". Da fällt mir auf, dass in den letzten Monaten…
…die Substantz deutlich nachgelassen hat. Wo bleiben die Themen, die zentral sind für die christliche Botschaft? Dazu gehört für mich nicht, ob Körbchengröße D, also dicke Titten, im Sinne der Schöpfung sind. Ich wünsche mir eine Auseinandersetzung mit der zentralen Botschaft des Christentums: Was hat es auf sich mit der Botschaft des Kreuzes? Was ist die Beutung der Erbsünde? Warum musste der Sohn Gottes auf die Erde kommen, um uns zu erlösen? Was hat es auf sich mit dem jüngsten Gericht? Diese zentralen Themen vermeiden Sie, vielleicht, weil Sie selbst damit Ihre Schwierigkeiten haben. Aber gerade das wäre Ihre Aufgabe, hierauf zeitgemäße Antworten zu finden oder auch die Schwierigkeiten einer überzeugenden Antwort deutlich werden zu lassen.
Ich dennoch die Redakton als überzeugendes Team, das etwas bewegen will, auch wenn die Rahmenbedingungen von Seiten des Lehramtes und auch der Theologie nicht einfach sind.
Norbert Dittrich
11.01.2012
Wulff
Für den Herrn Bundespräsident Wulff kommt wohl weniger die Beichte infrage. Wahrscehinlich denkt er eher an einen Ablassbrief,für den er bestimmt einen Sponsor finden wird.…
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Walther Wuttke
02.01.2012
Heilig ist peinlich
Liebe Frau Dr. Christiane Florin.
Das 'Magazin in der Zeit' ist öfter die Versuchung, die ZEITung zu kündigen. Ihre Beiträge sind der Anlaß, es nicht zu…
…tun. Ich freue mich auf weitere gute C&W Ausgaben.
Herbert Schartmann
Herbert Schartmann
24.12.2011
Von welchem Gott spricht Schäuble?
„Sind wir zu satt für Gott?“ fragt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in der Zeitung „Christ und Welt“ (51/2011) und kommt zu dem Schluss, dass „man“ für…
…einen Glauben, der uns an die Grenzen eigener Macht erinnere, „nie zu satt“ sei: „Wer auch immer wir sind, wir sind Wesen mit Grenzen, und wir müssen das anerkennen – in unserem eigenen Interesse und im Interesse der Welt als ganzer“, konstatiert der Finanzminister. Schäuble beugt sich in diesem Artikel der Einsicht, dass das „grenzenlose Profitstreben“, „die Erzeugung immer neuer Bedürfnisse in der Konsumgesellschaft und der Raubbau an den auf der Erde verfügbaren natürlichen Ressourcen für das menschliche Wohlergehen und sogar für das menschliche Überleben bedrohlich“ sei. Globale Erwärmung und Überschuldung der Europäischen Staaten haben, so konstatiert der Minister, „mit der menschlichen Maßlosigkeit zu tun“. Wie recht hat er mit dieser Aussage! Und doch wäre es unabdingbar, dieses Beziehungsverhältnis näher zu bestimmen, will man den Ursachen der Verschuldungs- und Klimakrise auf den Grund gehen und politische Auswege aufzeigen.
Die „menschliche Maßlosigkeit“ – ist damit eine anthropologische Aussage über „den Menschen an sich“ getroffen? Wenn dem so ist, heißt das, dass wir uns mit dieser Maßlosigkeit abfinden müssen? Oder ist etwas von Gott zu erwarten, für den wir unserer Maßlosigkeit zum Trotz nie zu satt sind, wie der Minister meint?
Von welchem Gott, von welchem Glauben spricht er überhaupt? „Die wirklich grundlegenden Dinge werden von uns empfangen, unabhängig von unserem Einkommen, von unserer Bildung gesellschaftlichen Position. Für seinen solchen Glauben ist man nie zu satt“, schreibt der Minister. Unabhängig von unserem Einkommen? Schäuble geht also davon aus, dass es keinen Unterschied macht, ob ich wie Warren Buffett 50 Milliarden US-Dollar mein eigen nenne, ob ich in Deutschland als Empfänger von ALG 2 monatlich 325 Euro zur Verfügung habe oder in Somalia innerhalb weniger Monaten einen qualvollen Hungertod erleide, weil ich weder über Einkommen verfüge noch Zugang zu natürlichen Ressourcen habe. Jesus von Nazareth war da, wie die Evangelien berichten, ganz anderer Meinung: „Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Und den Leuten, „die sehr am Geld hingen“ und die, wie der Evangelist Lukas berichtet, über Jesus lachten, hält Jesus entgegen, dass „das was die Menschen für großartig halten“, „in den Augen Gottes ein Gräuel“ sei (vgl. Lukas 6, 13-16).
Was bedeutet dies für alle reichen Christen in Deutschland im Advent 2012? Wie können wir dieser Warnung Jesu zum Trotz immer noch behaupten, unabhängig von unserem Einkommen, würden wir die grundlegenden Dinge von Gott empfangen? Die unbequeme Wahrheit, die Jesus verkündet, ist doch die, dass ein hohes Einkommen unsere Empfänglichkeit für seine Gaben beeinträchtigt oder gar zerstört, uns am wahren Gottesdienst hindert und dazu verführt, eben für großartig zu halten, was in den Augen Gottes ein Gräuel ist: nämlich den Reichtum, der auf Kosten anderer erwirtschaftet wurde. Der Tanz ums goldene Kalb, von dem wir hier und da ein paar Scheibchen in aller Naivität abschneiden und als Almosen in die Kirchen tragen. Worüber sich schon der Prophet Amos maßlos aufregte! (Amos 5,22)
Schäuble stellt fest, dass „das gegenwärtig Wirtschaftsystem ... verbesserungsfähig“ sei, weil es zu vielen Menschen das vorenthalte, „was sie wirklich brauchen, und zugleich nähre es ein unbegrenztes Begehren, das auch angesichts von Reichtum und Überfluss“ nicht nachlasse. Schäuble hat recht, genau so ist es! Wie kann die Begrenzung des Wachstums, die er für notwendig hält, politisch durchgesetzt werden? Gibt es einen wirtschaftspolitischen Mechanismus, der dafür verantwortlich ist, dass das gegenwärtige Wirtschaftssystem nicht nur Armut und Reichtum produziert, sondern auch noch ein „unbegrenztes Begehren“ nach mehr, also ein unstillbares Verlangen nach Reichtum in Gang setzt?
Ja, es gibt einen solchen Mechanismus. Zur Einschulung, spätestens, wenn der Tag der Erstkommunion oder Konfirmation naht, wird dieser Mechanismus Kindern wie ein Naturgesetz nahegebracht, nämlich dann, wenn sie mit einem eigenen Konto die Welt der Erwachsenen betreten. Dann gibt es am Ende des Monats selbst dann ein zusätzliches Plus auf dem Konto, wenn sie gar nichts zusätzlich eingezahlt haben! Von was für einem wundersamen Ding rede ich da? Es sind die Zinsen! Monat für Monat, können die Kinder beobachten, wie ihr Geldguthaben wächst, ohne dass sie irgendetwas tun. So lernen sie, dass „das Geld arbeitet“ und „man“ sich daran freut, wie aus 1000 Euro, verzinst mit 7 %, in 10 Jahren 2 000 und in 20 Jahren 4000 und in 50 Jahren gar fast 30 000 werden. Als Studierende der Volkswirtschaftslehre werden sie im ersten Semester lernen, dass der Zins- und Zinseszins zwingend notwendig sei, um die Vermögenden zu bewegen, ihr Geld in den Geldkreislauf einzuspeisen, was ihnen aufgrund eigener Erfahrungen unmittelbar einleuchten wird.
Gäbe es einen anderen Weg, einen anderen wirtschaftspolitischen Mechanismus als den Zins, der Vermögende dazu veranlassen könnte, ihr Geld nicht im Sparstrumpf zu horten, sondern in Umlauf zu bringen? Eine Reihe kritischer Wirtschaftswissenschaftler sieht einen solchen Weg und er korrespondiert auf wundersame Weise mit dem der biblischen Reichtumskritik und dem Zinsverbot, von dem in zahlreichen biblischen Büchern die Rede ist (z.B. Dtn 22, 23; Lk 6,35). Wenn eine Gebühr auf Bar- und Giralgeld (2 Prozent alle drei Monate) erhoben würde und damit anstelle des Leihens das Halten von Geld, also Liquidität etwas kosten würde, würden Vermögende dazu motiviert ihr Geld entweder auszugeben oder längerfristig anzulegen, um so zu verhindern, dass die in Rede stehende Gebühr anfällt. Im Fall langfristiger Geldanlagen entfiele also die Gebühr auf Geldhaltungskosten und das angelegte Geld bliebe wertstabil erhalten. Die auf diese Art und Weise anfallenden Geldhaltungskosten, eine Art Steuer auf liquide Geldguthaben, könnte bald genauso selbstverständlich sein wie heute die Parkgebühr in den Innenstädten oder das Rauchverbot in Kneipen und Bahnhöfen. Die Macht des Kapitals wäre begrenzt, da es sich nicht mehr selbst vermehren könnte. Durch diese Begrenzung der Kapitalmacht würden auch Spekulationsgeschäfte, etwa mit Nahrungsmitteln zumindest eingedämmt. Der von Finanzminister Schäuble kritisierte Drang des gegenwärtigen Wirtschaftssystems, ein „unbegrenztes und ungebremstes Begehren“ zu nähren, würde so stark reduziert, wenn nicht gar behoben.
Eine solche Geldreform, verbunden mit einem Lastenausgleich ähnlich wie in den 50er Jahren und einer Besteuerung auch des Bodens, würde nicht nur dem unbegrenzten Wachstum der Geldmenge und damit der drohenden Hyperinflation Einhalt gebieten, sondern auch den Wachstumszwang unserer Volkswirtschaft überwinden. Denn der in Zins- und Zinseszins ausgedrückte Mehrwert muss in der Realwirtschaft verdient werden. Er führt dort immer wieder zur Ausweitung der Produktion primär in kapitalintensiven Betrieben und zur Effizienzsteigerung, die meist mit Arbeitsplatzverlusten, aber verstärktem Verbrauch an Energie und Ressourcen einhergeht.
Die neue Währung würde dagegen dorthin wandern, wo auch wirklicher, nicht künstlich durch Werbung produzierter Bedarf bestünde. Zugleich würde den immateriellen Gütern wieder der ihnen gebührende Wert zugemessen. Und die Minister der Bundesregierung würden merken, dass sie angesichts der verheerenden Schulden- und Klimakrise gar nicht so ohnmächtig sind, wie sie meinen. Stattdessen würden sie wie auch die Bevölkerung Anteil gewinnen an Befreiungserfahrungen wie sie bereits das jüdische Volk erleben durfte.
Die menschliche Maßlosigkeit, die Herr Schäuble beklagt, wird durch das Zins- und Zinseszinssystem, das als selbstverständlicher Motor unserer Volkswirtschaft gilt, systematisch angetrieben. Eine durch eine Geldhaltegebühr als Umlaufimpuls ausgestattete Währung würde dieser Neigung zur Maßlosigkeit dagegen Zügel anlegen.
Sehr geehrter Herr Finanzminister, trauen Sie den Worten Jesu von Nazareth und nicht jenem Gott, von dem auf den Dollarnoten die Rede ist. Weil es, wie sie richtig sagen, kein grenzenloses Wachstum geben darf, weil dieses das menschliche Überleben auf unserem kleinen Planeten bedroht, bitte ich Sie als Finanzminister die Maßnahmen einzuleiten, die notwendig sind, um den unserer Volkswirtschaft innewohnenden Wachstumszwang aufzuheben. Gewinnen Sie, biblisch inspiriert, den Mut die Christianisierung unseres Finanzsystems einzuleiten, indem Sie anstelle des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes eine Umlaufsicherungsgebühr auf Bar- und Giralgeld einführen. Das damit entstehende zinsfreie Geld wäre ein geeignetes Hilfsmittel, um den Wachstumszwang unserer Volkswirtschaft zu überwinden und Probleme der Klima- und Schuldenkrise einer Lösung zuzuführen.
Wir, unsere Kinder und Kindeskinder werden es Ihnen danken!
Gudula Frieling, Theologin aus Dortmund,
www.9komma5thesen.de; www.cgw.de
Gudula Frieling
23.12.2011
Sind wir zu satt für Gott / Wolfgang Schäuble
Herrn Schäuble ist voll und ganz zuzustimmen, wenn er feststellt, dass wir Wesen mit Grenzen sind. Ebenso ist unstrittig, dass wir in einer Welt mit…
…Grenzen des Wachstums leben. Diese Einsicht erschien vor fast 40 Jahren radikal neu, obwohl sie eigentlich selbstverständlich ist. Also wo sieht der Finanzminister die Grenzen verletzt? Er spricht von „grenzenloser Gier“, „grenzenlosem Profitstreben“, „immerwährendem ökonomischen Wachstum“ und davon, dass es offenbar in der menschlichen Natur liege, „sich immer wieder auf das Experiment einzulassen, ob wir nicht ohne Grenzen zurechtkommen.“ Aber genau betrachtet – von welchen Ent-Grenzungen spricht der Finanzminister? Es sind die der Finanzvermögen, deren Wachstum die Gier befeuert und die keine Sättigung finden, weil sie ohne eigene Leistung wachsen. Jedes Wachstum aufgrund eigener Leistung stößt nämlich schnell an die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit. Das Urbild solchen Wachstums von Finanzvermögen ohne eigene Leistung ist der Zins- und Zinseszinsmechanismus. Die heute überbordenden spekulativen Vorgänge sind da „nur“ die selbstverständliche Folge davon, dass über ein bis zwei Generationen dieser Motor das Wachstum der Geldvermögen angetrieben hat. Die exponentielle Dynamik immer gleicher Wachstumsraten ist eigentlich jedem Schulkind bekannt. Und auch die zerstörerische Wucht der anwachsenden Geldvermögen ist altbekannt. Bereits in der Bibel – und auch bei Aristoteles – finden wir die Zinskritik. Heutzutage gilt dieser Mechanismus als notwendig, weil anders die gesparten Gelder nicht dem Wirtschaftskreislauf zur Verfügung gestellt würden. Der Zins wäre demnach die Verlockung, die es ermöglicht, dass Spargelder wieder die nach Aristoteles ursprüngliche Funktion, nämlich die Tauschmittelfunktion erfüllen. Da taucht ein anderes Bild auf, das so einfach ist, dass es vielleicht gerade deshalb sowohl dem Finanzminister als auch der Wirtschaftswissenschaft noch nicht sehr vertraut ist: anstelle der Verlockung zum Verleihen könnte eine kleine Last für das Festhalten das gleiche bewirken: Wer gerade über das Zahlungsmittel verfügt, zahlt während dieser Dauer entsprechend der Menge eine Gebühr, sagen wir z.B. 6% jährlich oder 0,5% monatlich oder 1/60 % täglich. Wer aber nicht darüber verfügt, weil das Geld gerade als Kredit jemandem anderen dient, oder auch weil er oder sie einfach keines (mehr) hat, zahlt nicht. Die erwartete Folge wäre: Geld wird rasch weitergegeben, denn das Festhalten kostet. Offenbar fördert dies die Konjunktur ohne staatliche Kosten, im Gegenteil: die Gebühr ist ja eine öffentliche Einnahme. Es ist auch kein Strohfeuer, sondern bewirkt Dauerkonjunktur. Außerdem würden die Spargelder bereitwillig(er) für das Verleihen zur Verfügung gestellt, denn dadurch entgeht man ja der Last. Offenbar verstärkt dies das Angebot an Kreditmitteln, und dies wiederum senkt nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage den Preis der Kredite für die Kreditnehmer, mit anderen Worten den Guthabenzins als Teil des Kreditzinses. Der Zins könnte so sogar seine Funktion als Knappheitsindikator auch dort wieder erlangen, wo sie jetzt verloren gegangen ist: nämlich bei zunehmender Fülle der Geldvermögen.
Das wären segensreiche Wirkungen einer Maßnahme mit geringem Aufwand, deren Erprobung eigentlich nahe liegt. Das wäre ein neuer Schritt dahin, Grenzen dort hinter uns lassen, wo sie Zeugnis unserer alten Denkschemata sind. Und es könnte wirkliche Sättigung eintreten, wie sie vielleicht sogar gottgewollt ist.
Schreiber-Martens
20.12.2011
"Weihnachten ist wie Ramadan - nur in Grün" (C&W 51)
Ich habe mit Interesse den Artikel von Antje Hildebrandt "Weihnachten ist wie Ramadan - bloß in Grün" (C&W 51, S.5) gelesen. Und als Tenor des…
…Artikels wahrgenommen: Muslime und Christen können gemeinsam Weihnachten feiern, feiern es - und viele Muslime tun es gerne. Problemlos gemeinsam Weihnachten feiern - so kann man es natürlich sehen. Freilich muss man dazu die zentrale Botschaft des Neuen Testamentes aus der Bedeutung der Feier herausbrechen, nämlich, dass der Logos Mensch
geworden (Joh 1.14) bzw. von Gott als sein Sohn legitimiert wurde (Mk 1,11), um durch sein Leben und Sterben den Menschen von seinen Sünden zu erlösen (Rö 7,24f und folgender Text; Lk 24,45ff).
Was nach der Amputation der zentralen Christusbotschaft bleibt, ist nicht nur mit dem Islam, sondern auch mit dem mosaischen Glauben und manchen ostasiatischen Religionen kompatibel: Ein von Gott begnadeter Mensch wird geboren, der die "Liebe und ... dass alle Menschen gleich sind" verkündet (so die Botschaft der Weihnachtsgeschichte nach der von A.Hildebrandt zitierten Muslima). Um Jesus dies zuzugestehen, muss man weder Christ sein noch werden. Kein Wunder, dass der genannte Pfarrer Weber im Artikel feststellt: "... dass muslimische Eltern zum Christentum konvertiert seien, habe er ... noch nicht erlebt." Recht haben sie, warum sollten sie auch? Für die amputierte Weihnachtsbotschaft braucht es keine Engel auf dem Felde. Sie kann genau so oder glaubwürdiger als von den Kirchen von den Gewerkschaften, den Parteien und deren Vorsitzenden in ihren diversen Neujahrsansprachen verkündet werden. - Mit dieser Tatsache stimmt überein, dass alle im Artikel zitierten deutschen Frauen entweder zum Islam konvertiert sind oder ihre Kinder muslimisch erziehen (lassen).
Helmut Anselm
16.12.2011
Päpstlicher als der Papst C&W 51/2011
Seit dem 11. September 2001 steigt bei uns die Angst vor dem Islamismus. Angst vor fundamentalistischen Ideologien, die ganzheitliche Glaubensausrichtungen beinhalten, die sich nicht nur…
…auf den religiösen, sondern auf den gesamten gesellschaftlichen Bereich erstrecken. Passt in den Kontext des Glaubensextremismus nicht auch die Pius-Bruderschaft? Nach den Aussagen von Oliver Grohe kann er sich als bekennender Pius-Bruder einen monarchistischen Gottesstaat vorstellen. Demokratie ist für ihn offensichtlich nur dann gut, „wenn sie sich im Rahmen der göttlichen Ordnung bewegt“ - die göttliche Ordnung der Pius-Bruderschaft, wohlgemerkt. Damit lässt er demokratische Grundprinzipien wie Toleranz, Glaubens- und Religionsfreiheit und die Freiheit des Gewissens und der Weltanschauung offensichtlich nicht gelten. Ich hoffe, ich liege gänzlich falsch, wenn ich düstere Wolken aufsteigen sehe, wie sich auf der einen Seite in Europa und in den Vereinigten Staaten immer mehr ein christlicher Fundamentalismus und auf der anderen Seite verstärkt Rechtsextremismus breit macht und just die Pius-Bruderschaft wohl ein besonderes Verständnis zum Holocaust pflegt. Wenn die katholische Kirche nicht wieder deutlich kritischer mit der Pius-Bruderschaft umgeht, wird man zukünftig vom katholischem Fundamentalismus sprechen müssen. Die katholische Kirche steht in dieser Frage vor einer richtungsweisenden Entscheidung, ob sie in einen Fundamentalismus verfallen oder ob sie den Geist des 2. Vatikanischen Konzils weiter wirken lassen will.
Harald Mayer





