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24.08.2015

„Jeder wird erlöst“ in C & W Nr. 34 vom 20.08.2015 zum Streitgespräch Thielmann./.Rinn

Zunächst möchte ich „C & W“ danken für die Befassung und Darstellung dieses für Christen zentralen Themas. Solche Themen und Diskussionen sind doch das, was…

…man eigentlich von einer Zeitung wie der Ihren wesentlich häufiger erwarten dürfte. Wen interessiert denn noch der 150. Artikel von Frau Florin, in dem sie sich mit dem Thema Tebartz van Elst abarbeitet?

Interessant finde ich, dass Sie zwei evangelische Theologen über dieses Thema „streiten“ lassen. Zunächst war ich darüber etwas verwundert, doch das „Ergebnis“ hat mich überzeugt. Dennoch möchte ich einige Anmerkungen zu Aussagen des Gesprächs machen:

1. Frau Rinn zitiert – offensichtlich in der Absicht, ihre Position zu begründen - Luthers Brief an Melanchthon, in dem er Melanchthon zum „tapferen Sündigen“ rät. Damit wollte Luther nicht, wie Frau Rinn meint, sagen, der Mensch sei nicht Gott und habe nicht den vollen Überblick, sondern dieser Ausspruch war Ausdruck von Luthers Menschenbild. Luther gestand dem Menschen keinen freien Willen zu; es sei sozusagen in Gottes Menschenschöpfung begründet, dass der Mensch nur sündigen könne. Wer so denkt, der braucht natürlich einen „gnädigen Gott“, der diesen „Fabrikationsfehler“ der Schöpfung wieder reparieren muss. Aber selbst Luther fordert hierzu eine Glaubensentscheidung des Sünders, wenn er diese gnädige Reparatur vom „sola fide“ abhängig macht, wobei er, am Rande bemerkt, das „sola“ – wohl zur eigenen Gewissensberuhigung und zur Begründung seiner reformatorischen Erkenntnis eigenmächtig in seine Bibelübersetzung hineinschrieb.

2. Wenn Frau Rinn auf die Gastmähler Jesu als „Einladung für alle ins Himmelreich“ hinweist, übersieht sie dabei, dass nach der Einladung der Einladende sehr wohl differenziert, wer endgültig am Mahl, sprich am Himmelreich teilnehmen darf und wer nicht. Nach Mt 22, 12 ff sind das nur die, die – trotz ihres überraschenden Wegholens von der Straße - ein „hochzeitliches Kleid“ anhaben. Richtig interpretiert kann das doch nur heißen, Gott gewährt die Teilnahme an „seinem Himmelreich“, man wird in sie gerufen und für sie erwählt (Joh. 6, 65: „Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist.“). Zwischen Ruf und Erwählung liegt aber die Zeit der Bewährung. Das Bild vom hochzeitlichen Gewand steht hier für eine dementsprechende Lebensführung, wie Herr Thielmann mit seinem Verweis auf die sieben Werke der Barmherzigkeit (Mt 25, 31 ff) zu Recht anmerkt. Es ist die Spanne, in der sich der einzelne in Freiheit bewusst werden kann, dass es ein Zu-Spät geben kann, und in der die „metanoia“, die Umkehr, gefordert wird. Danach, so Herr Thielmann, kann man es Gott überlassen, wer gerettet und verloren ist. Dem stimme ich zu: Denn im Gleichnis von Reichtum und Nachfolge (Mk 10. 17 ff) antwortet Jesus, der zuvor das Wort vom Kamel gesprochen hat, das eher durch das Nadelöhr gehen könne als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangte, seinen Jüngern, die ob dieses Ausspruches sehr erschraken und fragten, wer denn dann noch überhaupt ins Himmelreich gelangen könne: „Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich“ (Mk 10.27).

3. Wenn Frau Rinn am Schluss sagt, sie predige nicht, um Menschen vor der Hölle zu warnen, sondern weil sie begeistert sei von dieser wunderbaren Botschaft, so ist das zwar der einfachere, dem jetzigen Zeitgeist entgegenkommende Weg, aber halt nur die halbe Wahrheit, nur ein Teil dieser „wunderbaren Botschaft“, fast möchte ich sagen, eine Mogelpackung. Denn der Herr des oben erwähnten Gastmahls lässt keinen Zweifel, wohin der ohne hochzeitliches Gewand Erschienene gelangt: „… hinaus in die äußerste Finsternis. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein“ (Mt 22, 13). Und auch über das Schicksal derer, die die Werke der Barmherzigkeit nicht befolgen, lässt uns die Bibel nicht im Unklaren: „Weg von mir ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist“ (Mt 25, 41b).
Für einer Vertreterin der Konfession, die immer das „sola scriptura“ für sich in Anspruch nimmt, und deren Begründer immer wieder für seinen angeblichen „Mut vor Königsthronen“ („Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“) gerühmt wird, gehörte es sich eigentlich, auch das zu verkünden, was uns Menschen weniger „wunderbar“ an der Botschaft erscheint, was aber auch, ja sogar mehrmals geschrieben steht.

Ulrich Wustmann, Höchststadt/Aisch


Hallo,

das kann doch nicht Ihr Ernst sein, dass Sie darüber diskutieren und Ihre Websiete dagegen "christundwelt" lautet. Wozu ist denn Jesus Christus gestorben, und was sagt die Bibel, wer gerettet wird? Und warum steht in der Bibel was von Hölle?
Und dann dies hier: "Dass nicht jeder sofort in den Himmel kommt, dass es einen Ort gibt, wo man sich von seinen Sünden reinwaschen muss." Warum ist Jesus Christus denn gekommen???
Lesen Sie bitte erstmal selber im Neuen Testament, bevor Sie sowas veröffentlichen und andere in Gefahr bringen, derartiges zu glauben.
"Aber ich bete nicht zu Gott, sondern zu den heiligen Seelen aus dem Fegefeuer, den »Animas benditas«. Die wecken mich jeden Morgen um die gewünschte Zeit. Ich muss nur darum bitten."
Was soll das denn?

Michael Rendler, seit 2008 Christ

Wustmann Ulrich

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24.08.2015

Leserdrucker

Alois Serwaty

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20.08.2015

Der katholische Evangelikale

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,
Ihre Kritik gegen Form und Sprache unflätiger Leserbriefe gegenüber Frau Florin unter-stütze ich selbstverständlich! Dennoch bin auch ich gegenüber…

…Frau Florin sehr kritisch eingestellt.Ich halte sie nicht vorrangig für eine christlich argumentierende Person, sondern für eine Ideologin, denn wer Bischof Stefan Oster so verzerrt wiedergibt, muss Ideologe sein.Bischof Oster ist eine ganz überragende Persönlichkeit. Wer ihn nicht versteht, will ihn nicht verstehen, weil seine eigene Ideologie dagegen spricht. Frau Florin kann für mich niemals ein christ-liches Vorbild sein. Ich nehme sie wegen ihrer vorgefassten Meinungen einfach nicht mehr ernst. Kritik geht auch ohne unflätige Sprache!
Mit freundlichen Grüssen
Norbert Füting

Füting, Norbert

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05.07.2015

C&W 27/2015 S.2: "Der bessere Reformator"

„Luther entdeckt: Ich bin Gott recht! Das kann und brauche ich mir nicht durch gute Werke verdienen. Gott liebt mich als sein Geschöpf. Das bleibe…

…ich auch, wenn ich Schuld auf mich lade. Das, womit ich anderen Menschen unrecht tue, ist Gott nicht recht. Aber Gott schreibt keinen Menschen ab. Wie bei Zachäus kommen die guten Taten von selbst, wenn diese Botschaft in einem Menschen wirkt.“
Das ist ein Auszug aus dem Hefteintrag, den ich meine Schüler in den 8. Klassen ins Heft zur reformatorischen Entdeckung eintragen lasse. Im weiteren Verlauf der Unterrichtseinheit zu Martin Luther wird auch der Bauernkrieg und die Worte des späten Luthers gegen die Juden nicht verschwiegen. Ich versuche meinen Schülern dann zu vermitteln, dass Luther hier deutlich widersprochen werden muss, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es dem Willen Gottes entspricht, so etwas zu sagen oder zu schreiben. Aber andererseits kann damit Martin Luther als Person nicht erledigt sein – einfach schon deshalb, weil die Botschaft der Rechtfertigung auch ihm gilt. Das heißt: Das was er da gesagt hat, war Gott nicht recht, aber er als Mensch bleibt Gottes geliebtes Geschöpf, das er nicht aufgibt.
Zugegebenermaßen tun sich manchmal auch evangelische Schüler schwer mit dieser Botschaft (in der Diskussion um die Todesstrafe wird das oft sehr deutlich), aber ich sehe in dieser Entdeckung (genauer: Wiederentdeckung) Luthers einen sehr wesentlichen Inhalt christlicher Lehre. Was Jesus gelebt und von Paulus in seinen Briefen vertreten wurde, hat Luther 1500 Jahre später wieder neu zur Geltung gebracht.
Ich gebe zu, dass ich jetzt die Lehre von Jan Hus nicht genau genug kenne, wage aber (auch aufgrund des Artikels in C&W) zu behaupten, dass Hus in dieser Hinsicht nichts Vergleichbares gelehrt hat. Natürlich ist es immer beeindruckend, wenn jemand gradlinig für seine Botschaft den Tod in Kauf nimmt – wobei Hus meines Wissens vom Kaiser auch freies Geleit zugesichtert worden war, dieser sich dann aber während des Konzils umentschieden hatte und Hus festsetzen ließ (was der Artikel völlig verschweigt). Ob man aber allein aufgrund des Märtyrertodes zu dem Urteil kommen muss, er sei der „bessere Reformator“ sei dahingestellt. Mir geht es jetzt auch nicht darum, Luther als den Besseren herauszustellen. Die Schattenseiten sind mir schon auch klar. Ich denke, dass solches Aufrechnen und Bewerten insgesamt unangemessen ist. Klar ist für mich aber auch, dass die Botschaft Jesu, die Luther herausgearbeitet hatte, seine bleibende Lebensleistung bleibt, die auch von Katholiken heute langsam zur Kenntnis genommen werden könnte.
Mich ärgert, dass die im Artikel vorgenommene Verkürzung Luthers auf Bauernkrieg und Judenhass nun innerhalb eines halben Jahres schon wieder in einem Artikel von C&W zu lesen ist. Schon in Ausgabe 52/2014 („Nicht meine Party“) ging es in genau die gleiche Richtung. Ich bin es langsam leid, in einer Zeitschrift mit betont christlicher Prägung immer wieder solche platte Vereinfachungen lesen zu müssen. Natürlich sollen die Schattenseiten Luthers nicht verschwiegen werden, aber ich finde es langsam etwas armselig, dass zur Beurteilung Luthers zuletzt immer wieder der Hammer „Bauernkrieg, Judenhass“ herausgeholt wird und damit ist dann das letzte (negative) Urteil gefällt. Ich frage mich: fühlt sich der Katholik im Journalisten dann wieder auf der richtigen Seite?
Mir geht es hier nicht um Katholikenschelte sondern um den Wunsch, auch von katholischen Journalisten in Sachen Luther gerade in einer christlichen Zeitung mehr theologische Sachkenntnis auch in Sachen Reformation und Martin Luther zu lesen. Solche Überschriften und Artikel wie „Der bessere Reformator“ finde ich jedenfalls nicht angemessen.
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Scheller

Gerhard Scheller

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05.07.2015

Leserdrucker: Des Bischofs Bart, Nr. 27

Sehr geehrte Damen und Herren,

von Karl Valentin stammt der Satz: Es ist alles gesagt, nur nicht von jedemund vom Satiriker Dieter Nuhr der Satz,man kann,…

…aber muss keine Meinung haben,und wenn man keine Ahnung hat, einfach Fresse halten. Ist Ihnen das Interview des Stadtdekans Johannes zu Eltz entgangen, welches dieser der Wochenzeitung DIE ZEIT gegeben hat?

Bischof van Elst hat Pfarrer zu Eltz zwei Jahre nach seinem Amtsantritt als Bischof zum Stadtdekan der Stadt Frankfurt ernannt. Dieser hatte zwei Jahre Gelegenheit, sich ein Bild über den Bischof zu machen und das Amt abzulehnen, wenn er zum Eindruck gekommen wäre, dass "der Bischof nichts taugt", wie er in dem Interview formulierte.

Durch die Annahme des Amtes war er zu konstruktiver Mitarbeit verpflichtet oder zur Rückgabe des Amtes, wenn er zur Erkenntnis gekommen ist, dass er sich geirrt hat. Hinzu kommt,dass der konservative Bischof van Elst in Limburg nicht willkommen war, weil der das Gegenstück zum leutseligen Bischof Kamphaus war,
der es, entscheidungsschwach jedem recht machen wollte.

Als Bauherr hat der Bischof völlig versagt, aber schließlich ist er Theologe. Der Stadtdekan Johannes zu Eltz ist immerhin promovierter Jurist,
er hätte dem Bischof mit fachlicher Expertise beistehen können. Stattdessen hat er sich als "schärfster Kritiker des Bischofs" profiliert.

In der Wirtschaft hätte sich der Stadtdekan Vergleichbares nicht erlauben können.
Wenn ein Abteilungsdirektor bei VW den AR-Vorsitzenden Piech oder Herrn Winterkorn
vergleichbar öffentlich kritisieren würde, wäre er längst entsorgt worden.
Sogar der Übervater Ferdinand Piech scheiterte an seiner öffentlichen Kritik an Herrn Winterkorn.
Offenbar gibt es in der gescholtenen Wirtschaft so etwas wie Anstand und Fairness,
wenn es um das Image in der Öffentlichkeit geht.

Zitat: "Mich hat an der öffentlichen Tebartz-Verteidigung gestört, dass sie nur aus Medienkritik bestand. Sein Handeln selbst lässt sich offenbar nicht rechtfertigen, also werden die Kritiker kritisiert. Jetzt sitzt er in Rom, das Recht zählt nicht. Und schon wieder sollen die Medien schuld sein, die diese verlogene Versöhnung dokumentieren?«

Bei diesem Zitat fällt mir besonders Dieter Nuhr ein,vielleicht mit Ausnahme der Formulierung "Fresse halten".

"Die Medien" - das waren im Wesentlichen die FAZ mit dem gescheiterten Priester2 Dr. Daniel Deckers, das antikirchliche Kampfblatt DER SPIEGEL (im Gefolge STERN)und die BILD. Vermutlich bezogen Sie Ihre Bildung bei diesen Quellen.

Sie haben wirklich keine Ahnung von den tatsächlichen Hintergründen. Die evangelische Kirche Deutschlands hat ausreichend Dreck am eigenen Stecken, Sie haben wirklich keine Berechtigung, sich über eine angeblich "verlogene Versöhnung" aufzuregen.

Sie können davon ausgehen, dass man im Vatikan über die tatsächlichen Ereignisse und die Intrigen des Kreises um den Stadtdekan bestens informiert ist.

Mit dennoch freundlichen Grüßen
Werner Kaunzner

Sehr geehrte Frau Florin,
Obwohl mich dieses leidige Thema inzwischen anwidert, doch noch ein Kommentar meinerseits: Das Foto hat mich schockiert: Da wird ein Mann, der die Herzensanliegen des Papstes mit Füßen getreten hat, von diesem empfangen, quasi geadelt und steigt auch noch auf der Karriereleiter im Vatikan nach oben...
Ein Mann, der über Monate für negative Schlagzeilen sorgte, durch dessen erwiesenes Fehlverhalten Ansehen und Glaubwürdigkeit der Amtskirche in Deutschland einmal mehr schweren Schaden genommen haben, der Tausende zum Austritt veranlasst hat, der Gebliebene bestürzte und verärgerte...
Seinen Protzbau empfinden insbesondere viele bislang treue Unterstützer kirchlicher Hilfswerke als Schlag ins Gesicht....
Er mag ein guter Theologe sein - aber beileibe kein kirchliches Aushängeschild.
Schade, schade! Wie ist der Papst informiert, wer berät ihn?

Nun noch zu seinem Bart - wirklich nur eine Äußerlichkeit, Privatsache? Meine Eltern hätten mich so nicht und ich hätte meine Söhne so nicht auf die Strasse gelassen, jedenfalls nie zu einer Papstaudienz !!! Er macht vor:"Anything goes"...
Nicht nur ich empfinde einen solchen als unästhetisch und ungepflegt. Da will jemand bewußt als "modern" auftreten, der sich bislang als traditionalistisch und hierarchisch denkend gab.
Peinlich, peinlich, ich kann nur den Kopf schütteln und sehe mich einmal mehr veranlasst, von den Überbringern der Botschaft weg auf ihren Inhalt zu sehen..

Freundliche Grüße
Dr. H. Bohr

Werner Kaunzner

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04.07.2015

Enzyklika Laudatio Si, "Wachstum muss sein" von Michael Rutz, Nr. 26

Sehr geehrter Herr Rutz,
selten habe ich eine so schöne Satire über Volkswirte in unserer Gesellschaft gelesen. Man haut drauf, ohne genau zu lesen. Veränderungen sind…

…per se schlecht. Europa ist der Mittelpunkt der Welt. So viele Klischees in einem kurzen Text. Besser kann eine Satire nicht sein. Wenn Volkswirte tatsächlich so begrenzt sind, dann braucht man sich über die Krisen selbst im Alten Europa nicht zu wundern, denn Lösungen gibt es ja nur, wenn man immer so weiter macht, wie bisher. Neues Denken ist von Übel. Danke für so einen dekuvrierenden Artikel.
Mit freundlichen Grüßen
Ludwig Hengstmann

Ludwig Hengstmann

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28.06.2015

Enzyklika Laudatio Si, "Wachstum muss sein" von Michael Rutz, Nr. 26

Die Bewertung des päpstlichen Rundschreibens "Laudato si`" durch Michael Rutz ("Wachstum ist gut!") dürfte bei denjenigen kaum Zustimmung finden, die von einem ungebremsten Wirtschaftswachstum nicht…

…zu profitieren vermögen, ja auch gar nicht profitieren sollen. Hierbei dürfte es sich um etwa 80 bis 90 Prozent der Weltbevölkerung handeln.

Dies sind all` jene, die nicht über erhebliche Anteile am Produktivvermögen verfügen, also eher als Habenichtse beiseite stehen müssen und global einfach abgehängt wurden respektive werden. Papst Franziskus erhielt seine persönliche Sozialisation in Südamerika. Ihm stehen die menschenverachtenden Zustände insbesondere in den dortigen Metropolen vermutlich stets vor Augen und haben sein eigenes, individuelles Weltbild entsprechend geprägt.

Ihm sind vermutlich auch die Bestrebungen jener Befreiungstheologen bekannt, die sich für eine Umverteilung des immensen Reichtums gerade auch in Südamerika einzusetzen wagten, dann allerdings von höchster Stelle, nämlich von den Vorgängern des gegenwärtigen Papstes und deren vatikanischen Gralswächtern gemaßregelt und sogar exkommuniziert wurden.

Papst Franziskus verfolgt nach Ansicht des Autors Michael Rutz ein Gesellschaftsmodell, das mit dem der westlichen Demokratien wenig gemein hat. Dies sollte angesichts dessen, dass dieses westliche System eben kein freiheitliches und demokratisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell darstellt, eigentlich keine Verwunderung oder gar Kritik auslösen.

Den westlichen Staatssystemen fehlt nämlich ein ganz wesentliches demokratisches Element, nämlich die Wirtschaftsdemokratie, also die Teilhabe aller am erwirtschafteten Sozialprodukt.

Nun könnte man einwenden, dass auch den sogenannten realsozialistischen Staaten mit ihren zentral verwalteten Wirtschaftseinheiten eine demokratische Struktur gefehlt hat. Dieser Einwand erscheint berechtigt.
Dabei ist allgemein bekannt, dass sich weder die Sowjetunion noch deren Satellitenstaaten wirklich an den Intentionen eines Karl Marx ("Das Kapital") orientierten und auch die grundlegenden Erkenntnisse eines Friedrich Engels in den Wind geschlagen haben.

Kapitalistische Verhältnisse, auch dies ist Allgemeingut und dem amtierenden Papst nur zu gut bekannt, lassen sich nicht wirksam verändern, sondern allenfalls "überwinden".

Genau hier offenbart sich das Anliegen des Papstes und seines Weckrufs "Laudato si`". Deshalb sei dem Autor Michael Rutz angeraten, sich einmal intensiv mit sozialistischen Theorien zu beschäftigen, um auf diese Weise einen dezidierten Einblick und Überblick über mögliche demokratischere und gerechtere Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme zu erlangen.

Dass die Herrschende Klasse, also die bereits erwähnten Oberen Zehntausend, sozialistische Gesellschafts- und Wirtschaftsmodelle fürchtet "wie der Teufel das Weihwasser", dürfte auch dem Autor geläufig sein. Dies weiß natürlich auch Papst Franziskus, der in seinen Rundschreiben allerdings ergebnisoffen blieb.

Bleibt zu hoffen, dass Michael Rutz nach neuerlichem Durchdenken der päpstlichen Enzyklika zu neuen Einsichten gelangt und daran mitwirkt, diese neuen Erkenntnisse in gesellschaftliche Wirklichkeit umzusetzen, um schließlich doch noch zu einer sozial-gerechteren und menschenwürdigeren Welt zu gelangen.

Auf diese Weise hätte Papst Franziskus einen kleinen Schritt hin zum großen Menschheitsziel schließlich doch noch erreicht.

Yvonne Walden

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25.06.2015

Immer weniger Kinder, Editorial von Laura Diaz, Nr. 24

Liebe Frau Diaz,

Sie bitten um Reaktionen auf die Frage, warum in Deutschland immer weniger Kinder geboren werden. Liegt es an den Frauen? Liegt es an…

…den Männern? Vor kurzem habe ich mit meinem Sohn darüber diskutiert. Ich bin schwul und war an der Zeugung meines Sohnes unbeteiligt. Ich habe ihn adoptiert. Die Frage stellt sich also trotz Vaterschaft auch für mich.
Kinder sind nicht nur ein Vergnügen, das werden sicher alle Eltern unterschreiben können. Wenn man Eltern fragt, warum sie sich dennoch so für ihren Nachwuchs abrackern, bekommt man oft die Antwort: Die Kinder sollen es einmal besser haben. ich bin überzeugt: niemand, der sich nicht vorstellen kann, dass es die eigenen Kinder einmal besser haben sollen als man selbst, wird absichtlich welche bekommen. Und da liegt nach meiner Überzeugung der Hase im Pfeffer: für breite Bevölkerungsschichten ist es nicht mehr vorstellbar, dass es die Kinder, die man bekommen könnte, einmal besser haben würden als man selbst. Einmal haben wir schon sehr viel. Noch besser? Das würde die Kapazität der Erde doch überfordern! Aber auch der eigene Wohlstand scheint gerade vielen Menschen in der Mittelschicht bedroht. Die Arbeitszeiten werden länger und verteilen sich über einen größeren Teil der Woche. Wozu aber Kinder, wenn die Zeit fehlt, sie zu erziehen und aufwachsen zu sehen?
Dazu kommt für viele die Erfahrung, dass neue Kollegen nur noch befristet eingestellt werden oder nur als (Schein-)Selbstständige Beschäftigung finden. Der Glaube, dass auch die nächste Generation noch Arbeitsplätze finden wird, die sie ernähren, schwindet.
Daher greift Papst Franziskus zu kurz, wenn er sagt, dass der Kapitalismus tötet. Der Kapitalismus sorgt sogar schon dafür, dass die Kinder gar nicht erst geboren werden.

Holger App

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18.06.2015

"Du bist wuhundeherbar, Herr", von Christiane Florin, Nr. 25

Liebe Frau Florin,

ein wunderbaharer Artikel! Habe mich selten mehr über Ihre immer wieder poitierten Zeilen gefreut.

Bitte weiter so!…

Stefan Klein

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06.06.2015

"Was hält uns noch zusammen?" von Petra Bahr, Nr. 23

Ich kann dem Artikel nur voll und ganz zustimmen. Die heutigen Christen, die alle werkgerecht und kulturprotestantisch sind und sich nur noch durch Sozial- und…

…Umweltpolitik vor Gott rechtfertigen wollen, haben vergessen, dass Gott Abraham befahl, seinen eigenen Sohn umzubringen, und dann auch seinen Sohn Jesus opferte.
Nur noch die Beter können Zeiten wenden ... (R. Schneider) Das ist aber heute nicht mehr akut, da man durch die angeblich gute Tat sozial brillieren will. Dagegen haben sowohl Luther und Barth gekämpft. Man kann durch gute Tat das Himmelreich nicht erzwingen, nur durch Gnade. Der sozialpolitische Mensch überschätzt sich in Hybris.
Prof. Dr. Jürgen Bellers, Sieegn

Jürgen Bellers

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