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Leserbriefe

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22.06.2016

FranCHEsco-Tshirt

Seit einigen Jahren lese ich nun schon mit viel Freude Woche für Woche Ihre Texte. Gerade für mich als Theologiestudent ist Ihre Zeitung eine wunderbare…

…Bereicherung zu den vielen Fachtexten (die man sonst lesen muss). Bereits beim Evangelischen Kirchentag in Stuttgart konnte ich an einem Werbestand der ZEIT eine dieser tollen Taschen mit dem Franziskus-Porträt ergattern. Ich fand das Titelbild damals schon genial, als die Ausgabe kurz vor der Vorsynode erschien. Nun wollte ich fragen, ob es denn das Motiv auch als T-Shirt-Aufdruck zu erwerben gibt? Zum einen würde ich das gerne selbst tragen, zum anderen einem Freund demnächst zum Geburtstag schenken. Ich habe daher beim Katholikentag in Leipzig schon am ZEIT-Stand nachgefragt, dort wurde dies aber leider verneint. Daher die Frage, ob es denn entweder möglich wäre, direkt T-Shirts zu erwerben oder die Grafik-Datei zu erhalten (natürlich für nichtkommerzielle Zwecke).

Johannes Löhlein

Antwort der Redaktion

Leider ist das Franziskus-Porträt bislang (noch) nicht als T-Shirt
zu haben. Eine Weitergabe der Graphik-Datei ist leider aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

C&W Redaktion ()

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02.06.2016

Gehen Sie lieber in die Politik!

Zum Artikel von Christina Rietz: Sich als Mensch in Machtstrukturen zu begeben bedeutet doch vor allem, dass man sich lange anpasst und dann auf sein…

…Umfeld zuschneiden lässt, und das gegen jede persönliche Entwicklung. Ein echtes geistliches Leben verträgt sich damit nicht, weder mit Macht noch mit Dogma. Deswegen ist es ein Glück für Frauen, dass sie sich dieser zum Teil erheblichen Selbstverleugnung nicht aussetzen müssen. Denn wie viele authentische geweihte Personen gibt es denn? Weihe geht heute auf Kosten von Echtheit! Sollten einzelne Frauen Machtbedürfnisse entwickelt haben, dann gehen sie besser in die Politik, als ein Kirchenamt zu erstreben, denn Geist und Macht sind, so wie Macht landläufig verstanden wird, nämlich als Anpassung, gegenseitige Störenfriede.

Ursula Albrecht

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25.05.2016

Wer gehört zu Deutschland?

Den Überlegungen von Petra Bahr stimme ich voll zu. Sie trifft den Kern des Problems: »Wir haben uns angewöhnt, über Grundsätzliches nicht mehr öffentlich zu…

…sprechen.« Richtig ist, »wir« zu sagen – wir alle in unserer persönlichen Verantwortung sind angesprochen. Dennoch gibt es ein Wir, das uns mit seinen Gedanken und Äußerungen einzuvernehmen versucht. Wer ist die sogenannte öffentliche Meinung – welche Bedeutung haben Umfrageergebnisse für die Gestaltung der politischen Landschaft? Diese »Konstrukte« ähneln Götzenbildern, die nicht (selbst-)kritisch hinterfragt werden – das wäre die eine Seite und der Anfang einer echten Debatte. »Das andere, das richtige Abendland, trägt in seiner Verfassung die Aufforderung, diesen Weltenlauf trotz allen Umbrüchen mitzugestalten.« Das heißt: Der Mensch, der Bürger trägt eine Verantwortung für sich, sein Umfeld und sogar für die über ihm stehende Politik. Erfreulicherweise zeigt sich, trotz der Miesmacherei, wie viele Bürger sich dennoch engagieren. Abendland hieß immer: bereit sein, das Neue, das uns begegnet, zu bedenken und neu zu gestalten.

Dr. Klaus Tiedje

Antwort der Redaktion

 

C&W Redaktion ()

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25.05.2016

Katholikentags-Ausgabe

In der durchaus gut gelungenen Katholikentags-Ausgabe reizt mich Raoul Löbberts Glosse »Mesut Özil« zum Widerspruch beziehungsweise zu einer Bitte. Özil ist sicher ein guter Spieler,…

…aber dass »seine bloße Existenz« den Beweis liefert zu der Aussage »Der Islam gehört zu Deutschland« halte ich doch für abwegig. Es existieren auch Angehörige anderer Religionen in Deutschland, ohne dass zu behaupten wäre, der Buddhismus, der Hinduismus, der Taoismus und so weiter »gehöre« zu Deutschland. Und daher meine Bitte: Wie wäre es mit einer Sonderausgabe zum Thema: »Was gehört zu Deutschland«? Beginnen sollte man mit einer Definition des Begriffes »gehören«. Jedenfalls hat »gehören« auch eine kulturhistorische Dimension, nach der der Islam offensichtlich nicht zu Deutschland »gehört«. Natürlich gibt es die Muslime als Deutsche wie Sie und mich, aber »gehört« damit ihre Religion auch zu Deutschland? Wie steht es mit Zoroastern, Animisten, Schamanisten?…? Also: Ans Werk!

Dr. Alois Streich

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12.05.2016

Warum Bio-Kaffee besser schmeckt

Dieser Beitrag von Raoul Löbbert hat mich veranlasst, meine Meinung zu schreiben. Fair-Trade-Produkte nur zu kaufen, weil man damit sein Gewissen beruhigen kann, und dabei…

…ein klein wenig Unangenehmes auf sich zu nehmen, ist sehr fraglich. Ein gutes Werk mit zusammengebissenen Zähnen tun bleibt zwar ein gutes Werk, es macht aber nicht glücklich. Wenn das die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung repräsentiert, dann ist es sehr bedenklich, wie wenig aufgeklärt wir sind und bei alten Vorurteilen ausharren. Seitdem ich in Afrika Bananen gegessen habe, schmecken sie mir bei uns nicht mehr. Seit Jahren esse ich sie nur mehr selten, und wenn, dann nur als Fairtrade-Bananen mit Bio-Siegel. Diese sind teurer, aber geschmacklich viel besser. Das ist wie mit dem Erdbeergeschmack. Oft ist in Joghurt mehr künstliches Aroma drin als Erdbeeren. Auch haben Erdbeeren aus dem eigenen Garten einen intensiveren Geschmack als die großen, wässrigen aus dem Supermarkt. Wer aber nur Erdbeeraroma oder die schnell gezogenen Früchte kennt, für den ist das der wahre Geschmack. Er begnügt sich mit einer billigen Kopie. Beim Urteil über den Fairtade-Kaffee muss es sich um einen Test von vor 30 oder mehr Jahren gehandelt haben. Das war beim ersten Kaffee, der fair gehandelt verkauft wurde. Seit Jahren trinke ich fast nur fair gehandelten Biokaffee und stelle fest, dass dessen Qualität besser ist. Hier gibt es verschiedene Röstungen, man kann die wählen, die einem schmeckt. Es beruhigt das Gewissen ungemein, wenn man eine gute Ausrede hat! Schade nur, dass man sich um den besseren Geschmack betrügt.

Reinhard Förster

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27.04.2016

Evangelikale

Über den Artikel von Wolfgang Thielmann kann ich mich nur wundern. Woher diese furchtbare Hetze und Polemik statt Sachlichkeit? Schon der Begriff Wächterrat stammt aus…

…der Mottenkiste der Hetze. Sachlichkeit: Fehlanzeige. Dass die Evangelikalen sich "in die rechte Ecke manövriert" hätten: Fehlurteil. Auch wenn sie Wolfgang Thielmann offenbar gerne dort hin schreiben würde. Ihr Statement "Flüchtlinge willkommen" wurde im März 2014 (!!) veröffentlicht, schon längst vor der großen Flüchtlingswelle, um nur ein Beispiel zu nennen. Dass "fromm und tüchtig" "evangelikale Gemeinschaften, Freikirchen und Jugendorganisationen" sich um Flüchtlinge kümmern, was Thielmann als Gegenbewegung darstellen will, kommt aus dieser Bewegung selbst hervor. Man lese mal mehr, schaue sich die von der Deutschen Evangelischen Allianz herausgegebenen Arbeitshilfen an. Warum wird das Motiv von Michael Diener so kritisch formuliert "er sei überlastet". Na, er ist es. Er hat das gesagt und schon im Oktober stand der Beschluss zum Rücktritt fest, längst vor der neuen Kontroverse, auf die sich Wolfgang Thielmann bezieht. Falsch auch seine Behauptung, dass Organisationen auf dem Christival 1988 Therapien für Homosexuelle angeboten hätten. Verleumderisch, dass der Bibelglauben "das Nachdenken verweigert". Schwach auch zu behaupten, dass es der Evangelischen Allianz darum ginge, "das Unwort evangelikal" zu verteidigen. Man kann Wolfgang Thielmann ja mal einen Blick auf die englischsprachige Homepage der EKD empfehlen. Was steht da? Sie sei die https://www.ekd.de/english/ "evangelical church"? O? Und die Behauptung, dass Ulrich Parzany ein Netzwerk gebildet habe, weil Michael Diener seiner Bewegung "öffentlich Selbstkritik empfahl", ist schon reichlich oberflächlich. Übrigens hat dieses Netzwerk nicht nur Gespräche mit der Evangelischen Allianz gewollt sondern auch mit dem Gnadauer Verband. Die wird es auch geben. Ein bisschen mehr Sorgfalt, weniger Polemik und mehr Sachkenntnis wäre schon angebracht, Herr Thielmann.

Steeb

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14.04.2016

Enthaltsamkeit und Treue

In seinem Artikel schreibt Wolfgang Thielmann, dass einige deutsche Bischöfe das Pillenverbot von Papst Paul VI. aus dem Jahre 1968 unter Berufung auf die nur…

…vor Gott zu verantwortende Gewissensentscheidung des Einzelnen nicht mittragen wollten. Allerdings setzt eine verantwortliche Gewissensentscheidung meines Erachtens ein fundiertes Wissen über die möglichen Konsequenzen der Entscheidung voraus. Daher vermisse ich in Christ&Welt schon seit Langem eine sachliche Aufklärung über die medizinischen und ethischen Folgen insbesondere der hormonellen Verhütungsmittel. Ist es allen Katholiken bewusst, dass die Verhütung mit der Antibabypille a) durch Nidationshemmung früh abtreibend wirken kann, b) das Thromboserisiko erhöht, c) zu Libidoverlust führt, d) im Verdacht steht, zu Brustkrebs, Herzinfarkten, Pilzerkrankungen der Scheide und Depressionen beizutragen, und das Grundwasser hormonell belastet? Ist zudem allen Katholiken klar, dass voreheliche Enthaltsamkeit und eheliche Treue der beste Schutz sind vor ungewollten Schwangerschaften, der Ansteckung mit Chlamydien und HIV-Infektionen und Schwächung der Bindungsfähigkeit? Die Vermutung liegt nahe, dass die Sexualität sowohl des Mannes als insbesondere auch der Frau viel beglückender erlebt wird, wenn beide sich bewusst füreinander entschieden haben, keine sexuellen Vorerfahrungen mit anderen Partnern haben und offen sind für Kinder, als wenn sie sich gegenseitig ausprobieren, zur Befriedigung des Sexualtriebes benutzen, sich nicht einander versprochen haben und eine mögliche Empfängnis als zu verhütendes Unglück betrachten. Warum werden die oben aufgeführten Aspekte nicht bekannt gemacht? (...)

Annette Wiesen

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06.04.2016

Afrikas Opferstatutus

Mit Interesse haben ich den Artikel von Christian Schüle gelesen. In vielem kann ich ihm zustimmen, obwohl manchmal die Gesinnung die analytische Rationalität vertrieben hat.…

…Bei einem Punkt kann ich aber gar nicht zustimmen: Wir seien den Afrikanern etwas schuldig, weil Europäer vor einem Jahrhundert und fünf Generationen Kolonialherren waren. Nun, die größten Sklavenjäger in Schwarzafrika waren die Araber. Haben die einen Schuldkomplex? Ich finde diese Dinge auch nicht gut, aber es war schon immer so, dass fremde Herren fremde Völker beherrscht haben. Und gerade im vorletzten Jahrhundert war das schlimm: Engländer in China, Japaner in Korea, Holländer in Malaysia, Deutsche und Russen in Polen. Aber kein Volk außer den Schwarzafrikanern vermarktet seinen Opferstatus, ganz im Gegenteil. Vielleicht sind es auch nur die Aktivisten aus dem satten Deutschland, die diese Geschichte immer wieder zum Besten geben. Chinesen und Polen und alle anderen sind stolz, diese Zeit aus eigener Kraft überwunden zu haben. Nach fünf Generationen eine Kompensation für die Leiden der Ururgroßeltern einzuklagen ist schon ziemlich lächerlich und macht die ganze übrige Argumentation auch unglaubwürdig. Oder brauchen die Deutschen den Selbsthass, wenn sie etwas Humanes tun?

Kurt Reuter

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23.03.2016

Wohltuende Selbstkritik

Ein wohltuender, weil selbstkritischer Beitrag von Merle Schmalenbach. Ich habe im beschriebenen Zusammenhang damals meine Abos bei der »FAZ« und dem »Spiegel« aus Protest gekündigt,…

…stimme also mit Schmalenbachs heutiger Auffassung voll überein. Allerdings sollten die Medien auch nicht ins Gegenteil verfallen und aus Angela Merkel beispielsweise die liebende Pfarrerstochter unter den Unbarmherzigen machen, die Naturwissenschaftlerin unter den Denkfaulen, die Weitsichtige unter lauter Populisten oder die Prinzipientreue unter den Opportunisten. Auch hier wünscht man sich mehr Differenzierung.

Johannes Kettlack

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18.02.2016

100 Tage Talar

Guten Tag, Frau Jacobs,

vielen Dank für den farbig-lebendigen Artikel. Zum Start Ihrer Arbeit in Selsingen möchte ich Ihnen eine kleine Anekdote mitgeben:

Mein Vater, Jahrgang 1911…

…/ verstorben 2001 / war vor fast 80 Jahren als Vikar der württembergischen Landeskirche zum Austausch in Selsingen tätig. Gerne erzählte er, wie er mit seinen ersten 20-Minuten-Predigten den Unwillen der Bauern auslöste:

"Wir sind nicht vierspännig zur Kirche gefahren, um nach einer Stunde schon wieder aus der Kirche heraus zu kommen - Ihre Predigt hat gefälligst eine Stunde zu dauern!"

Vor einigen Jahren haben wir das schöne Selsingen samt Kirche - leider schon ohne den Vater - einmal besucht.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg bei Ihrer Arbeit in Selsingen und an allen weiteren Stationen.

Freundliche Grüße!

Joachim Hauser

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