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Leserbriefe

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17.08.2014

Ein Recht auf Ausgrenzung

Michael Rutz in C+W zum Thema
Muslim im katholischen Schützenverein

Selbstverständlich hat Herr Rutz Recht, wenn er den Vereinen die selbstbestimmte Abgrenzung und Zweckbestimmung zuspricht. Da können…

…sich Interessenten klar orientieren. Ein andere Blickwinkel hingegen führt zur Frage nach dem zwingend Katholischen. Ein ehern verteidigtes Prinzip, mit dem auch mehr als 100 Jahre nach akademischem Kulturkampf die vielen katholischen Studentenverbindungen im CV noch immer nicht die ökumenischen Grenzen überschreiten wollen. Eine Festschreibung auf das "Katholizitätsprinzip" wird den gesellschaftlichen Herausforderungen heute nicht gerecht. Hier sind Allianzen erforderlich, mit denen zusammen die essentiellen Eigenwerte und Gemeinsamkeiten christlicher Positionen auf dem „Markt der Religionen“ vertreten werden. Ein "katholischer" Verein sollte die Gründe für die Abgrenzung neu überprüfen, sich dessen bewusst werden und begründen, warum diese Trennung Identitätsmerkmal (gewesen) ist.

Ehrenberg Hermann-Josef

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28.07.2014

Feigheit vor dem Freund - Nr. 31/2014

Ich beglückwünsche die (meine) evangelische Kirche zu dieser „Kehrtwende“.
Grundwerte unsrer Kirche sind nicht Dogmen oder theologische Grundsätze. Grundwert ist Liebe. Die Liebe Gottes, aber…

…auch unsre Liebe zum anderen Menschen.

Der Bibel zu unterstellen, sie sage Eindeutiges zu ärztlicher Beihilfe zur Selbsttötung ist schlicht falsch.
Unsere moderne Medizin bringt ganz andere Probleme mit sich, als die Medizin vor 2000 bis 3000 Jahren. Der Suizid, von dem in Bibel steht, ist ein ganz anderer.
Ist es gottgewollt, Menschen viele Jahre bewusstlos an Maschinen hängen zu lassen? Evtl. nur wegen der Auslastung von Pflegeheimen?
Der Autor, Herr Ohler, sollte nicht noch nachtreten, wenn jemand seinen Glauben auf einmal wichtiger nimmt als kirchliches Dogma (das kennen wir von Jesus auch). In unserem Gesundheitswesen passiert genügend Schlimmes, wo er als Christ aufschreien sollte.

Ich möchte aufschreien, wenn jemand Selbstfindung gegen Gottsuche ausspielt, oder tiefe Liebe als Privatgewissen degradieren will.
Ja, es wird Zeit, dass die Kirchen umdenken!

Tom Burghard

Tom Burghard

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09.06.2014

Schrei nach Liebe Nr. 24/2014

ich habe soeben den recht kritischen Artikel vom Christiane Florin zum Katholikentag gelesen und frage mich nun, mit welchem Auge bzw. aus welcher Perspektive…

…Sie das Geschehen in Regensburg angeschaut haben.
Unter den Menschen, die ich gesprochen habe, vor allem unter den Jugendlichen, aber auch ältere Menschen aus den verschiedenen Ecken Deutschlands und insbesondere der Kölner Kirche, waren wenige obrigkeitstreue/-hörige Katholiken und auch Protestanten. Und die Kölner waren bisher in der Tat nicht gerade verwöhnt durch die Amtsführung Kardinal Meisners.
Allerdings habe ich auch die vielen Kleriker gesehen, die sich gerne mit "Kalkleiste" schmücken. Es fragt sich, worin der Grund zu suchen ist. Ist das klerikale Kleidungsstück notwendig für ein besseres Selbstbewusstsein oder dient es eher zum Schutz vor der bösen Umwelt? Installateure gehen ja auch nicht mit Rohrzange zu ihrer Handwerkertagung. In diesem Verhalten kommt für mich eine gewisse Form von Obrigkeitshörigkeit zum Ausdruck. Aber zum Glück gibt es auch andere, wenn es auch nicht die Mehrheit zu sein scheint.
Ich hatte jedenfalls wie schon so oft das Gefühl und den Eindruck mit allen möglichen Strömungen innerhalb der Kirche konfrontiert zu werden.
Ihre Äußerungen vor allem im letzten Teil Ihre Artikels halte ich nur bedingt für realitätsnah. Und besonders von der Kategorie der Laien, die Sie in Ihrem letzten Absatz beschreiben, kenne ich recht viele, die eben nicht obrigkeitshörig ihren Mund halten, sondern mutig den konservativ Denkenden, die immer noch glauben Andersdenkenden den "wahrhaften" Glauben erklären und vorleben zu müssen, die Stirn bieten.

Dr. Martin Zielinski

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02.06.2014

Katholisch: Geschieden-Wiederverheiratet

Ich kann es am besten in Gedichtform ausdrücken, was mich und viele andere Katholiken seit vielen Jahren quält:

Mir reicht's!
Warum seid Ihr so hart, warum quält…

…ihr mich so, warum seid Ihr so herzlos und macht mich nicht froh?
Wer gibt Euch das Recht, so hart zu sein,
mich festzuhalten in meiner Pein?
Warum darf ich nicht zum Abendmahl geh'n, warum laßt ihr mich im Regen steh'n?
Ihr sagt: "Du kannst beten, komm doch herein, aber bitte zur Hintertür, daß muß schon sein".
Ich bin nicht mehr jung, hab' nicht mehr viel Zeit, kann nicht mehr warten eine Ewigkeit
bis Ihr Euch entscheidet oder "ja" oder "nein"; ihr macht mich so hilflos,
ich fühl' mich so klein.
Wer von Euch ist ohne Sünde, werfe jetzt den ersten Stein, doch ich glaube und ich weiß, da wird niemand, keiner sein.
Aber es gibt noch den Heiland, der mich kennt und der mich liebt,
er ist gütig und barmherzig - und mir sicher auch vergibt.

Karin Ehl

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20.03.2014

Du, wir stricken uns die Ehe

Ausgesprochen treffsicher hat Christiane Florin die Gegensätze der traditionell "rückwärtsgewandten" und der eher "fortschrittlichen" Kräfte innerhalb des katholischen Klerus zum Thema Ehe herausgearbeitet und dargelegt.
Wo…

…steht eigentlich, dass sich Jesus aus Nazareth dezidiert für eine Unauflöslichkeit der Ehe ausgesprochen haben soll und wo ist eine solche Aussage authentisch überliefert? Die sogenannten Evangelien sind keine historischen Schriften, die zu Lebzeiten dieses Jesus verfasst wurden, sondern fromme Legenden, die etwa 50 bis 150 Jahre nach dessen Tod in griechischer Sprache aufgezeichnet worden sind.
Das "christliche Glaubensgebäude" (Evangelien , Apostelgeschichte und ähnliches) entstand bekanntlich Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte später und wird dem Kirchenvolk bis heute als "historisch" verkauft, obwohl es sich tatsächlich um Menschenwerk und nicht um eine "göttliche Offenbarung" handelt. Wer all` dies weiß, wird kaum noch glauben können.
Das ist auch einer der wesentlichen Gründe für das schleichende, aber rapide Abschmelzen der christlichen Botschaft, deren Glaubwürdigkeit nicht zuletzt auch durch das Verhalten vieler ihrer "Verkünder" inzwischen gegen Null tendiert.
Papst Franziskus weiß dies und versucht offenbar mit aller Kraft, das allmähliche "Verdunsten" auch der römisch-katholischen Religion zu verhindern. Wenn er es jedoch nicht schafft, die konservativ-reaktionären Kräfte innerhalb der Kurie und des Klerus zu eliminieren, dürften seine Mühen dauerhaft erfolglos bleiben. Papst Franziskus wird der Welt allerdings als einer der wenigen Päpste mit menschlichem Antlitz in Erinnerung bleiben.

Yvonne Walden

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22.02.2014

Artikel: Ist Gott noch Mitglied der Evangelischen Kirche?

Allein schon der Titel ist für ein katholisches Magazin schlicht eine Frechheit. Man stelle sich vor, Chrismon würde fragen, ob Gott noch in der römischen…

…Kirche zu Hause sei. "Rückfall in die Zeiten schwärzester konfessioneller Polemik" würde man unken.
Die Autorin Friederike Gräff, evangelisch sozialisiert, kennt aber nach eigenem Bekunden evangelische Pastoren nicht wirklich aus der Nähe; was sie mit diesen Vertretern der "Amtskirche" erlebt hat, ist von verwirrender Uneindeutigkeit. Und das wünscht sie sich von der evangelischen Kirche: eine klare, eindeutige Position, an die man sich halten oder an der man sich reiben kann in der irritierenden Vielfalt der Meinungen.
Dabei hat sie einen Grundzug protestantischen Christseins nicht verstanden - daß Kirche nicht die Vertreterin Gottes auf Erden ist, sondern Empfängerin des Wortes, creatura verbi. Sie hat durchaus Teil an der Uneindeutigkeit der Welt, versteht sich nicht als Besitzerin von Wahrheiten, die in Hirtenworten unters Volk getragen werden. Sie bemüht sich in der Tat zu argumentieren statt zu dekretieren (was Gräff als "Werbeargumente" schlechtredet), beheimatet in gesellschaftlichen Fragen (etwa Pränataldiagnostik) unterschiedliche Meinungen und hält diese Spannungen aus.
Die evangelische Kirche hat gewiß Schwächen, die aber hier nicht wirklich analysiert werden. Sie hat sicher eine bürgerliche Schlagseite, denn viele ihrer Mitglieder bringen diesen Hintergrund mit. Aber sie beheimatet eben auch andere Milieus. Und es ist kein Mangel, sondern entspricht gerade ihrer Eigenart, daß nicht von oben alles verordnet wird. Eine Zentralstelle der EKD für Kindertagesstätten kann und soll eben nicht für alle evangelischen KITAs anordnen, wie das mit dem öffentlichen Gebet zu handhaben ist. (Wenn dann mal umgekehrt etwas übergemeindlich geordnet ist wie im Beispiel mit der Kollektenverwendung, ist's der Autorin auch nicht recht. Klarheit ja, aber bittschön dann auch so, wie ich's gern hätte.)
Die Sehnsucht von Friederike Gräff nach einer eindeutigen Kirche ist nachvollziehbar. Vielleicht ist sie nicht nur in einem katholischen Magazin, sondern auch in der katholischen Kirche besser aufgehoben als bei uns Evangelischen. Das meine ich völlig unpolemisch, als Evangelischer erkenne ich die Kirche Jesu Christi auch in anderen Konfessionen.
Allerdings, wenn ein katholisches Magazin diesen Aufschrei einer sehnsuchtsvollen Seele benutzt, um anti-evangelische Stimmung zu machen oder gar von den Fehlern der eigenen, sich oft allzu autoritär gebärdenden "Amtskirche" abzulenken, dann ist das nur eins: dreist.

Andreas Höfeld

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21.02.2014

Ist Gott noch Mitglied der evangelischen Kirche?

Ein großartiger Artikel dem ich als Kurator einer evangelischen Pfarrgemeinde in Österreich (www.evang-althofen.at) nur voll zustimmen kann. Allerdings kenne ich in vielen Gemeinden doch zahlreiche…

…Pfarrer, die gegen den theologischen Zeitgeist das Wort Gottes treu zur Sprache bringen und Stellung beziehen. Die in den Medien vertretene theologische Führung hechelt aber tatsächlich meist dem links-liberalen Zeitgeist nach.
Das Thema Abtreibung: gibt es nicht. Homosexualität: - das Thema wird behandelt, als würden homosexuelle Menschen nur unter der Diskriminierung nicht aber unter ihrer Form der Sexualität leiden (obwohl es dafür zahlreiche wissenschaftliche Belege gibt).
Islam: - die Auseinandersetzung reduziert sich auf eine Warnung vor der "Islamophobie"
Man hat wirklich das Gefühl, als würde man zu einem politischen, links-liberalen, sozial sehr engagierten, kapitalismuskritischen und zunehmend ökologischen Verein gehören, der sich laufend dafür entschuldigt, wenn das Wort Gottes auch mal zur Sprache kommt.

Es lohnt sich jedoch, an der Basis zu suchen. In vielen Gemeinden wird treu verkündigt und wenn nötig auch gegen den Zeitgeist klar Stellung bezogen. Und die Bekenntnisschriften der Evangelischen Kirche sind nach wie vor großartig. Die Evangelische Kirche hätte alle Voraussetzungen dafür, dass Gott auch in dieser Kirche noch "Mitglied" sein könnte - sie müsste nur wieder einmal kräftig reformiert werden.

Manfred Rießer

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09.02.2014

zu: Godehard Schramm: Papa Populus

Herzlichen Dank für diese wunderbare Satire! Wir haben herzhaft gelacht!

Nur noch ein Vorschlag: Sie könnten, wie andere Zeitungen, die Satire als solche kenntlich machen, etwa:…

…"Achtung: Satire".

Ursula Binsack

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08.02.2014

geistliche geisterstunde

Sehr geehrte Frau Florin,
über Ihren Artikel habe ich mich so sehr geärgert, dass ich diesen Ärger mitteilen möchte. Und gleichzeitig fürchte ich, nicht gehört und…

…ernstgenommen zu werde, sobald ich in eine bestimmte, Ihnen nicht genehme Richtung einzuordnen mich verdächtig mache.
Um irgendwo anzufangen: Wie kommen Sie auf die Idee, die Begriffe links und rechts im Zusammenhang mit Formen der Glaubenspraxis zu verwenden? Ich empfinde das als vielleicht ungewollte Botschaft der Abgrenzung: Wer linkskatholisch ist, ist für Schlichtheit, Bescheidenheit, Dritte Welt, Kirchentage und Verhütung. Und wer rechtskatholisch ist, dem ist bewusst, dass ein Bischof jeden Tag die Heilige Messe feiert, dass er das MUSS, der ist gegen Abtreibung, steht auf rote Schuhe und Ratzinger und findet Öko doof. Oder so. Glauben Sie, dass wir Katholiken uns diese Spaltung wirklich erlauben können? Ich empfinde einige Sätze in dem Artikel als gehässig, zB. "Wer tiefer glaubt, zeugt und gebiert mit höherer Frequenz." oder die Sache mit der dimmbaren Wahrheit; Oder die Unterstellung, Benedikt-Fans raunten seltsame Worte, unter denen sich eine leere Hülle verberge; Sie stellen so viele Fragen, auf die sie die Antwort schon zu wissen scheinen, zB. was das konservative Lager eigentlich verteidige, was Tebartz van Elst antreibt, sich in seinem Bistum aufzuhalten und dort die Messe zu feiern, sie unterstellen ohne echte Argumente, den Konservativen seien Gene und Gesinnung wichtiger als Gott und die Menschen... Und ich frage mich, was kann Sie dazu motiviert haben, einen Artikel zu schreiben, der keinerlei Erkenntnisinteresse zu verfolgen scheint? Der Wunsch nach Selbstbestätigung? Nach Ausgrenzung? Ich hielt es immer für ein Spezifikum unserer Kirche, dass sie so weit ist, dass unter ihrem Mantel so viele Spiritualitäten Platz haben. Aber aus Ihrem Artikel lese ich heraus, dass ich in einer Kirche ihres Geschmacks keinen Platz hätte: Als studierte Philosophin, die über Ratzinger gearbeitet hat, öko denkt und wählt, Großfamilien toll findet und nichts gegen Moscheenbau hat, Franziskus ebenso anerkennt wie seinen Vorgänger...wo passe ich hin in Ihrem Schwarzweiß-Schema?

Eike Trede

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07.02.2014

Geistliche Geisterstunden

Ich finde Ihre Formulierung, dass der Glaube auf dem Beckenboden entschieden wird sehr treffend, würde aber auch meinen, dass ein solcher nichts mit Vernunft und…

…Diskurs zu tun hat, sondern oft allein auf dem Fundament des Rechthabens und der emotionalen Sicherheit des Hergebrachten beruht. Insofern ist es ein trauriger, defensiver, abgeschotteter Glaube, der aber auch einen künstlichen Schuss an Begeisterung aufweist, die wenig überzeugend wirkt, .

Heinrich Westphalen

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