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Leserbriefe

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27.01.2015

Faust auf Faust Nr. 4/2014

Der Leitartikel "Faust auf Faust" trifft mein Anliegen wie die Faust aufs Auge, wenn Franziskus sagt "Religion hat Würde". C&W erklärt gründlich die falsche Zuordnung.…

…Nicht Organisationen können Würde tragen, sondern dem Menschen als individuelle Person ist das Recht auf Unversehrtheit zu eigen. Und diese Würde verletzt die Kath. Kirche elementar, wenn die gepredigte Nächstenliebe liturgisch versagt.

Auch die Fortführung der "geplatzten" Famliensynode im Herbst letzten Jahres wird wieder ergebnislos verlaufen, wenn schon jetzt nach einem Kompromiss gesucht wird, anstatt die Gewissensentscheidung zu stärken.
Und das Jahr 2017 ohne ökumenische Annäherung in der Abendmahlsfrage bringt weiter Verdruss!

Dank an Redakteur Löbbert, die Würde aus anderer Perspektive hinterfragt zu haben.

Egon Damman

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23.01.2015

Faust auf Faust Nr. 4/2015

Es gibt ein altes Sprichwort: „Mit dem guten Ruf, mit dem Glauben und mit dem Auge soll man kein Spiel treiben.“ Wenn solche Selbstverständlichkeiten in…

…unserer heutigen Gesellschaft im Namen einer angeblichen Freiheit aufgekündigt werden, entsteht Hass und nicht selten – nicht nur bei einem „pakistanischen Vorbeter“ (Löbbert) – Gewalt. Das wollte der Papst mit seinem vielzitierten Satz ausdrücken: Wer Menschen in ihrer Würde (1) kränkt, macht sich schuldig und muss mit persönlicher Gegenwehr rechnen, gerade weil solch ein Fehlverhalten in heutigen westlichen Demokratien rechtlich meist ohne Folgen bleibt.
Herr Löbbert kann den Papst nicht verstehen. Er sollte immerhin unser Grundgesetz kennen. Artikel 1 steht nicht umsonst vor Artikel 2 und schränkt diesen ein: „Soweit er (= ein jeder) nicht die Rechte anderer verletzt“.
Was aber Herr Löbbert als „Freiheit“ propagiert, nannten schon Philosophen der Antike eine „zerrüttete Freiheit“. Wie jeder Wert ist Freiheit die Mitte zwischen Extremen, zwischen Knechtschaft (servitus) und Rücksichtslosigkeit (licentia). An letzterer ging schon manche Republik zugrunde.
An den zuletzt veröffentlichten Leserbriefen können die Damen und Herren bei „Christ und Welt“ selbst ablesen, wie auf mehr oder minder geistreiche Schmähungen, die als freie Meinungen verkauft werden, ein „Volk“ reagiert, das sich beleidigt fühlt. Wollen wir weiterhin so miteinander umgehen? Oder nicht doch so, wie es Herr Martenstein in dieser Ausgabe als alte journalistische Tugend empfiehlt? Politiker und die schreibende/malende Zunft sind für den Frieden im Lande hauptverantwortlich, denn sie geben wie Chorleiter ihren Sängern die richtigen oder die falschen Töne vor.

(1) s. Pico della Mirandola, De hominis dignitate (besonders: die Anfangskapitel); Pico soll Pate gestanden haben für GG Art.1

Klaus Müller

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21.01.2015

Sie kotzen mich an, Nr. 3/2015

Liebe Frau Florin,
danke für Ihren Mut und ihre klare Haltung als Christin. So wie Ihnen geht es gerade vielen. Innerhalb und ausserhalb der katholischen Kirche…

…brandet ein Hass auf, den wir längst überwunden gehofft hatten. In allzu vielen digitalen Foren tobt er sich aus, in anonymen und offenen Mails.
Bleiben Sie sich treu. Damit bleiben Sie auch dem Herrn treu, der mit uns durch die Zeit geht. Seien Sie versichert dass es viele Christen gibt, die Ihre Haltung teilen! Gott segne Sie und Ihre gute Arbeit!
Jörg Haas, Berlin

Blankes Entsetzen hast mich gepackt, als ich gestern die Leserzuschriften in C&W (Nr. 3) zu Ihrem „Editorial“ in Nr. 1 gelesen habe. Was da an Stimmungen in unserer Gesellschaft und leider wohl auch in unserer Kirche hochkocht, erinnert an die dunkelsten Zeiten unserer Geschichte. Wo man andere Gedanken und Menschen nicht mehr erträgt und nur noch mit Pöbelei, Unterstellungen und Verdrehungen reagiert, möchte man am liebsten asuwandern – nur wohin?
Liebe Frau Dr. Florin, als treuer Leser des „Rheinischen Merkur“ und der – leider nur noch als Beileage existierenden – C&W schätze ich Ihre Beiträge außerordentlich und möchte Sie mit diesem Brief bitten, sich nicht einschüchtern oder gar entmutigen zu lassen. Ich danke Ihnen für Ihre offenen, oft auch unbequemen und kritischen Aussagen, die nicht immer nur meine Zustimmung finden, aber stets in herzerfrischender Klarheit zur Sache kommen.
Auf Ihre weitern Beiträge freut sich
Peter Müller-Auernheimer, Trier


Sie haben meine Solidarität. Ich glaube, es ist wichtig, dass vielmehr Leute öffentlich machen, wie "Internetnazis" ohne Folgen beschimpfen und verunglimpfen oder sogar bedrohen. Als Referentin für Christen und Muslime bin ich solchen Mails auch regelmäßig ausgesetzt. Ich finde es sehr mutig und beeindruckend, dass Sie die Mails veröffentlicht haben! Vielleicht zeigt das vielen wie mir, dass man sich so etwas nicht gefallen lassen muss.
Alles Gute beim Durchhalten! Ich gehe davon aus, dass Sie jetzt, nach der Veröffentlichung, noch viel mehr, solcher bekloppten Mails bekommen werden. Aber irgendwann ebbt das glücklicherweise auch wieder etwas ab.
Regina Laudage-Kleeberg, Münster


Dass Sie auf die beleidigenden Mails mit einer Veröffentlichung reagiert haben, war klug. "Leute denkt mal über diesen Kommunikationsstil nach!" ist eine höfliche und demokratische Form, allen Beteiligten der Leserbriefkommunikation einen Spiegel vorzuhalten. Was ich aber nicht ganz verstehe, ist der allgemeine Umgang mit Pegida und hier deren Schlagworten. Bitte nicht falsch verstehen: Für mich sind das Patridioten (patiotische Idioten). Aber wäre es nicht klüger, das absurde Wort der Meinungsdiktatur abzudrucken und sich gleichzeitig argumentativ zu distanzieren: "Eine Meinung kann keine Diktatur bilden, sondern sich nur (demokratisch!) verbreiten." "Dass manche Journalisten schludrig arbeiten, erlaubt keine Pauschalverurteilung als Lügenpresse." "Die angebliche Islamisierung ist ein Phantom, das von den Rassisten Eurem vielleicht berechtigten Ärger über die Politik untergeschoben wird, um von den Verantwortlichkeiten abzulenken und eine Diskussion zu vermeiden." "Ihr irrt ! Also belegt die Islamisierung oder schweigt !" Diesen Dialog vermisse ich überall.
Karl Friedrichs, Berlin

Sehr geehrte Frau Florin, als Christ in der Welt möchte ich Ihnen danken für Ihren mutigen Entschluss, mit dem Sie sich so verletzlich gemacht haben. So fragwürdig es sein mag, meinem Bedürfnis zu folgen, Sie meiner Solidarität zu versichern, so wenig erscheint es mir sinnvoll, darauf zu verzichten.
Sie sind weiß Gott nicht allein.
Jochen Rieß

Sehr geehrte Frau Dr. Florin,
Mit Ihren Beiträgen habe ich keinerlei Probleme, warum auch? Auch die Veröffentlichung meines Briefes in "Die Zeit" ist völlig in Ordnung, denn ich stehe hinter meinen Worten. Anmerken möchte ich, dass sich mein Schreiben ausschließlich auf Ihr Editorial zu "Kirche in Not" bezog, das ja schon Tage vor den Pariser Anschlägen erschien.
Zugegeben, mit der Sprache einiger Einsender kann und will auch ich mich nicht identifizieren. Dennoch frage ich mich, was die Leser so sehr an Ihrem Artikel bewegte? Vielleicht war es ja Ihre ganze Art. Sehr auffällig auch, dass es fast nur Männer waren, die Sie anschrieben. Kann es sein, dass so Ihr Hang zu Gender und Feminismus deutlich wurde, wobei es sich doch gerade beim Feminismus um eine äußerst aggressive und egoistische Ideologie handelt, die Menschen zunehmend aufstößt. Wer das nicht weiß, muss es lernen.
Es wäre gut, wenn sich solche Entgleisungen in Zukunft nicht wiederholen würden. "Kirche in Not" hat eine solche Behandlung durch Sie ganz sicher nicht verdient.
Klaus Hildebrandt

Es ist beschämend und traurig, wie respektlos und fehlgeleitet diese Personen ihre tumben Parolen artikulieren. Meinen Respekt, ich finde es völlig richtig, dass Sie sich zu dem Schritt entschlossen haben, diese unvorstellbaren Unflätigkeiten zu veröffentlichen. Offenbar ist diesem Personenkreis jeglicher Anstand und demokratische Gesinnung völlig fremd. Vor allem ist es erschreckend zu sehen, wie einfach auch heute noch - oder sollte man besser sagen, wieder? - sich dieses kranke Gedankengut zurück in die Gesellschaft schleicht. Ich bin zwar kein Leser Ihrer Publikation, und nur zufällig auf diese Vorgänge aufmerksam geworden. Umso mehr ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen diese Zeilen zu schreiben. Ich wünsche Ihnen Standhaftigkeit und hoffe, Sie gehen diesen Weg weiter.
Alwin Grünwald, Garching

Sprachlosigkeit befiehl mich, und Schamesröte stieg mir ins Gesicht! Solche infamen Beleidigungen hätte ich in dieser Zeitung nicht für möglich gehalten. Selbst wenn die Fäkalsprache einiger abgedruckter Leserbriefe "nur" die ärgsten Ausreißer zeigen sollten: diese eigene Seite des "christlichen Abendlandes", die hier zum Vorschein kommt, bedroht unser kulturelles Erbe sicher mehr als vermeintliche "Überfremdung"!
Davon abgesehen: Die Ablehnung der Anzeige bzw ihre Begründung halte ich für unangemessen hart. Mir stellt sich tatsächlich die Frage, wie stark dabei ideologische Voreingenommenheit die Urteilsfähigkeit eingeschränkt hat?
Dr. Otto Junge, Erlangen

Sehr geehrte Frau Dr. Florin,
ich schätze Ihre Schreibe sehr. Jedoch ohne Not die besagte Anzeige abzulehnen, waren m.E. eine recht massive Fehlentscheidung. Presse- und Anzeigenfreiheit ist ein hohes Gut, sie haben dort ihre Grenzen, wo Menschen diffamiert, erniedrigt, würdelos satirisch dargestellt werden und wo Chefredakteure den Zensurhammer mit der persönlichen Meinung einherschwingen lassen. Sie haben mit der Entscheidung möglicherweise dafür gesorgt, dass nun noch mehr Anhänger auf die Straße gehen. Leserbrief-Schreiben allerdings auch. Mutig, dass Sie die Namen zu den furchtbaren Beschimpfungen mit veröffentlicht haben. Sie (die Schreiber) haben es bei so viel Kreativität :-( nun wirklich verdient, auch mal in die Zeitung zu kommen.
Gottes Segen,
Waldemar Grab

Ich bin beschämt, erschüttert entsetzt und tief traurig über die Leserbriefe, die Sie in der letzten Nr. von Christ und Welt veröffentlichen mussten. Kann es wirklich sein, dass solche Briefe von Menschen geschrieben wurden, die sich Christen nennen? Christen nennen vielleicht, aber sind? Wahrscheinlich nicht. Aber darüber steht mir ein Urteil nicht zu.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schreiber im Sinne von P. Werenfried handelten, der so viel für das am Boden liegende Deutschland getan hat.
Im Übrigen danke ich Ihnen für Ihre Arbeit. Lassen Sie sich nicht entmutigen!
Ihr. Helmut Gerads CSSp.

Sehr geehrte Frau Christiane Florin!
Nur Mut und weiter so. In meiner jetzt erschienenen Autobiografie >So wurde ich Opernsänger> erwähne ich im gesellschaftskritischen Teil, das ich die Sprache auf der Straße auch schon auf der Bühne höre und das führt zwangsläufig zur Verblödung.Wir müssen unsere Werte immer verteidigen und auch pflegen.
Dietmar Cordan, Salzburg

Als engagierte und sehr aktive Katholikin schäme ich mich für die Beleidigungen (C+W 3/2015) Ihnen (und sicher auch dem gesamten Team) gegenüber.
Diese schlimme "Fäkalsprache" kann doch kein Umgang und keine Plattform für zivilisierte Menschen sein. Ich frage mich, ist bei denen, die sich für solche Beschimpfungen und dieses Denken gegenüber Frauen (die der Bibel nach dem Mann gleichwertig sind) hergeben, das 2. Vatikanische Konzil und jetzt der neue Geist im Vatikan total vorbei gegangen? Ist hier die geistige und geistliche "Versteinerung" am Werk?
Die Anzeige bzgl. Mundkommunion (November 2014) wühlte mich auf, ich überlegte warum Sie wohl diese Anzeige schalteten und dachte damals, die Zunge kann wesentlich BÖSERES anstellen, hier sehen wir es!
Freue mich jede Woche auf die Beilage C+W, bin dankbar für kritische Töne und hoffe, Sie machen - trotz allem - weiter.
Anne Karl-Rott

Normalerweise schreibe ich keine Leserbriefe, da meist ja ohnehin schon alles doppelt und dreifach gesagt ist. Die in Ihrer Ausgabe 03/2015 veröffentlichten Leserbriefe haben mich aber doch aus der Fassung gebracht. Ich bin völlig erschüttert darüber, was manche Leute von sich geben. Allein schon das Vokabular; unter manchen Wörtern kann und will ich mir gar nichts vorstellen. Man könnte befürchten, DIE ZEIT mit Christ & Welt würde vorwiegend in einem nicht mehr sozialisierbaren Milieu gelesen. Dabei bestätigen die Schreiber genau den Sachverhalt den sie dementieren wollen. Die Auswahl der Leserbriefe bestätigt auch, dass Christentum und Islam in ihrer fundamentalistischen Ausprägung einiges gemeinsam haben, u.a. nämlich den Umstand, dass zu viele Personen die Deutungshoheit über die Lehre beanspruchen, die die zugrundeliegenden Texte gar nicht gelesen haben, geschweige denn sich mit den Inhalten, den kulturellen und politischen Hintergründen ihrer Entstehung sowie der nachfolgenden Theologie auseinander zu setzen. Solche Leute gibt es auch zu viele im Bodenpersonal Christi. Wahrscheinlich belügen einige das Publikum auch nur absichtlich, um ihr Geschäftsmodell weiter zu etablieren. Wenn jemand so genau weiß, was Gott uns sagen will, würde mich interessieren, welchen Gott er meint, Elohim, El oder Jahwe. Ich jedenfalls hoffe, dass sich eine geistige Kultur in Europa auf den Glauben an den Gott gründen lässt, der den angedrohten Tod der Menschheit nicht zugelassen hat, nachdem sie mal neugierig war (und weiter ist) und vom Apfel der Erkenntnis gegessen hat (und der vielleicht weiter verhindert, dass sie sich selbst vernichtet), und der die finstere Epoche beendet hat, in der Abraham seinen einzigen Sohn hätte opfern müssen (s.a. Die ZEIT 48/2013 S.66). Ob die islamische, die christliche oder die jüdische Lehre dazu die geeignetste ist, darüber lohnt sich ein Wettstreit, den wir gerne führen sollten, natürlich nur durch Austausch von Argumenten und zwar möglichst, nachdem wir uns mit den Texten ausreichend beschäftigt haben. Einen positiven Aspekt haben die in Nr. 3 veröffentlichten Leserbriefe. Sie dokumentieren teilweise ein derart unterirdisch moralisches und intellektuelles Niveau der Schreiber, dass Sie, Frau Dr. Florin und die Redaktion, sich dadurch nicht angegriffen fühlen müssen. Das wissen Sie aber auch ohne meinen Beitrag. Ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe. Machen Sie bitte genau so weiter wie bisher.
Karlheinz Martin, Eltville

Sehr geehrte Frau Dr. Florin, das ist der erste Leserbrief, den ich in meinem Leben schreibe. Bisher habe ich die Vielfalt der Beiträge in Christ & Welt immer sehr geschätzt und würde mich selbst nur bedingt dem konservativen Lager zuordnen. Ihr Vorgehen zuletzt verwirrt mich als regelmäßige Leserin nun aber sehr. Mit der Ablehnung der Anzeige von KIN haben Sie doch genau bewiesen, was schleichend in unserer Gesellschaft gerade geschieht: Political Correctness siegt über Inhalte. Und das geht so weit, dass selbst die Diskussion zu streitbaren Themen schon unter den Generalverdacht gestellt wird, rechtes, neoliberales oder wie auch immer geartetes böses Gedankengut zu sein. Und das spaltet die Menschen an der völlig falschen Stelle. Gerade Sie haben doch mit Ihrem Artikel "Naturrecht auf vier Beinen" vor einiger Zeit genau beschrieben, welche Verwirrung entsteht, wenn kirchliche Institutionen nicht mehr klare Werte vorgeben. Wie wir damit umgehen und das Gendermainstreaming ein "von-bis" bedeuten kann wird doch noch diskutiert werden dürfen. Ist bei einem solchen Thema denn wirklich schon alles entschieden für die ganze Gesellschaft und keiner darf es mehr in Frage stellen? Davor hätte ich große Angst. Da ich annehme, dass Ihnen das auch bewusst ist, gehe ich eher davon aus, dass Sie sich an dem Wort "Meinungsdiktatur" stoßen. Das kann ich zwar nachvollziehen, wundere mich aber trotzdem über eine so heftige Reaktion. KIN als angesehene Institution in die Pegida-Ecke zu stellen geht mir einfach zu weit. Die Reaktionen, die sie erhalten haben, sind dagegen peinlich und die Veröffentlichung ist ein krasser, aber auch richtiger Schritt gegen die allgemeine "Shitstorm"-Kultur, die auch von der Anonymität lebt ähnlich wie ein Klingelstreich. Ich würde mir als Leserin wünschen, dass Sie erläutern wie lange Diskussion bei einem Thema erlaubt ist und ab wo sie absolut Tabu wird. Ich glaube, wir haben als Gesellschaft im Moment nicht Klarheit darüber, mit welchen Spielregeln wir wichtige aktuelle Fragestellungen noch behandeln dürfen.
Helene Luckner, Köln

Himmel hilf! Ich habe Ihre Zeitungsbeilage noch nie gelesen, aber in der Online-Presse über die Folgen der abgelehnten Annonce gelesen, ebenso wie Ihre Auszüge aus den heftigen Reaktionen. In meinem Leben fühle ich mich immer weiter von der Kirche entfernt, denn ich frage mich immer wieder, was Jesus zu solchen Ereignissen gesagt hätte und was unsere Institution Kirche im Gegensatz dazu sagt – oder eben nicht sagt.
Es ist bitter, dass Menschen mit der Bibel in der Hand solch häßliche Worte schreiben. Das passt nicht zusammen.
Ich möchte Ihrer gesamten Redaktion mein Bedauern aussprechen, dass Ihr Streben nach verantwortungsbewußter, demokratischer und verfassungstreuer Arbeit solche Reaktionen hervorruft. Aber es zeigt vor allem eines – arbeiten Sie weiter so, denn unsere Gesellschaft hat eine aufmerksame Presse dringend nötig!
Vielen vielen Dank und mit besten Wünschen für eine sehr dicke Haut, gute Nerven, verlieren Sie nicht Ihren Glauben an das Gute im Menschen und daran, dass Sie das Richtige tun.
Martin Heck

Sie haben das sehr gut gemacht die Anzeige abzulehnen und diese in der Tat beleidigenden Leserbriefe zu veröffentlichen!!!! Können Sie die Schreiberlinge (interessanterweise scheinbar in der absoluten Mehrzahl Männer, smile!) eigentlich nicht wegen Beleidigung verklagen? Was Christentum in der Praxis bedeutet ist den Schreibern wohl kaum bewusst.
Claus Thelen, Nairobi

Es mag diskutabel sein, eine Anzeige von „Kirche in Not“ abzulehnen. Nicht diskutabel, sondern zutiefst beschämend, erscheint mir aber, mit welchem Vokabular „rechte“ (wie immer man dieses Wort verstehen kann) Christen (?) darauf reagieren. Offensichtlich scheint sich da auch sexuelle Verklemmung etwas Luft verschafft zu haben. Manche Rapper können, wie sich zeigt, von „Kirche-in-Not“-Sympathisanten im Bereich primitivster Artikulation noch lernen!
Christiane Florin bildet mit ihrer Redaktion für mich weiterhin Woche für Woche eine wichtige und lesenswerte Stimme zu kirchlichen, religiösen und gesellschaftlichen Themen.
Wolfgang Loggen, Bornheim

Ich finde es sehr gut, dass Sie die Antworten auf Ihre Kolumne veröffentlicht haben. Sie zeigen meiner Meinung nach auch den Grund warum Menschen wie ich schon lange nicht mehr online diskutieren. Ich lasse mich nicht gern beschimpfen, es tut mir weh, wenn ich von anderen so behandelt werde. Natürlich überlässt man so den digitalen Raum den Lauten, den Pöblern, den Polterern - oft leider auch schlichtweg den konservativsten Männern. Danke dass es Menschen wie Sie gibt, denen der Mut und die Kraft nicht fehlen, um sich dem Cybermob entgegen zustellen! Kerstin Zlender-Mauczka, Klagenfurt

Ich bin säkularer Atheist und stehe regelmäßig an Montagen auf der anderen Seite von "DüGiDa" u. a. - gegen Rassismus und Antisemitismus ebenso wie "Glaubenskrieger" der verschiedenen Seiten. Daher zunächst einmal - Ich finde es gut, dass Sie die Reaktionen einmal mit Namen und ohne Kürzungen veröffentlicht haben.
Unabhängig von jeglichem Inhalt - den ich im Zweifel nicht teilen werde - darf ich mitteilen, dass ich auch dafür auf die Straße gehe, dass es Journalist*innen und Medien wie "sie" gibt und wir eben offen und ehrlich reden und schreiben.
Erschreckend ist vor allem, dass viele offensichtlich "angry white men" "denken", dass "Meinung" ein Wert an sich ist, oder wie es heute ein Mann in der "ARD" sagte: (aus dem Gedächtnis zitiert:) "Wenn ich eine Meinung habe, muss ich die auch durchsetzen" ...
Hoffentlich wird ein Kampf der Kulturen nicht zur sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiung.
Christoph Stolzenberger

Ich finde Ihre Entscheidung gut und richtig und möchte Sie wissen lassen, dass auch andere Leser Ihre Entschätzung teilen!
Chapeau!
Vincent Martinez


Nachdem ich den Artikel der Süddeutschen gelesen habe www.sueddeutsche.de/medien/beleidigende-leserbriefe-jetzt-war-es-mir-zu-viel-1.2308823 hatte ich das dringende Bedürfnis Ihnen und Ihrer Redaktion ob der frauenfeindlichen und menschenverachtenden Kommentare mein Mitgefühl auszusprechen. Ich sehe derlei digitale "Ausraster" immer häufiger und in immer radikalerer Weise und betrachte dies mit Sorge. Ich finde Ihren Schritt, die verbalen Angriffe zu veröffentlichen, für einen wichtigen Schritt.
Saskia Bommert, Essen

Sehr geehrte Frau Dr. Florin,
hiermit möchte ich mein Entsetzen über die letzte Ausgabe der ZEIT-Beilage CHRIST&WELT vom 15.01.2015 als langjähriger Leser zum Ausdruck bringen.
Bisher war ich von Ihren persönlichen Ausführungen sehr angetan. Aber schon in der Ausgabe vom 30.12.2014 scheinen Sie im Editorial den Bogen völlig überspannt zu haben, wie die anschließenden Reaktionen ausweisen. Nicht hinnehmbar finde ich jedoch den Beitrag “Sie kotzen mich an” mit ausgewählten Zuschriften in einer Fäkalsprache, von der ich mir nicht vorstellen kann, dass diese von Ihrer an christlichen Themen interessierten Leserschaft stammen könnten.
Soweit ich gehört habe, sind solche Entgleisungen nur im Internet möglich. Falls Sie Ihre Beiträge daher auch unentgeltlich ins Internet stellen sollten, dürfen Sie sich nicht über solche Zuschriften wundern.
Wenn Sie Ihren Meinungskampf in der bisherigen Form weiterführen wollen, kann ich mir nicht vorstellen, dass Sie weiterhin als Chefredakteurin der CHRIST&WELT tragbar sind. Eine Entschuldigung von Ihnen an Ihre Leser ist das Mindeste, was ich erwarte.
Dr. Klaus Eberbach






Karl Friederichs

Antwort der Redaktion

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Sie haben mir nach dem Abdruck der Reaktionen auf mein Editorial geschrieben. Es sind so viele Zuschriften eingegangen, dass ich sie – entgegen meiner Gewohnheit – nicht alle persönlich beantworten kann. Aber seien Sie versichert: Ihre Ermutigungen habe ich gelesen, und sie haben mir gutgetan. Danke dafür.

 

Die Veröffentlichung hat eine allgemeine Diskussion über Hassmails und verbale Gewalt ausgelöst.  Auch dazu haben Sie beigetragen.

 

Wir schreiben, um von Ihnen gelesen zu werden. Und das empfinde ich trotz allem als großes Privileg.

 

Herzlichst

Christiane Florin

 

 

Christiane Florin (Redaktionsleiterin)

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02.01.2015

Meinungsdiktatur

Sehr geehrte Frau Florin,

Erlauben Sie mir bitte etwas Realsatire?

1. Ich bin evangelischer Laie und halte mich für überdurchschnittlich interessiert…

…an meiner Kirche und ihrer Theologie. Deshalb lese ich die "regionale Kirchengebietspresse", sprich: "DER SONNTAG" aus Sachsen. Ich halte sie, um zwischen den Zeilen die Stimmung in dieser Landeskirche zu erahnen. Die Zeitung selber ist das ödeste und langweiligste Blatt, das mir je untergekommen ist. Die Redaktion hat ihre kirchlich-korrekte Linie (bei den Evangelischen ist die identisch mit der politisch-correcten) und die zieht sie durch. Das Ergebnis ist dann immer der gleiche vorhersehbare Brei. Überraschende Standpunkte oder gar echte Kontroversen tauchen da nicht auf; gelegentlich paar Alibi-Leserbriefe, aber mehr nicht.

Ich frage mich, wie will solch ein "Scheuklappen-Journalismus" eine interessante, breite Leserkreise ansprechende Zeitung machen? Und wenn alle Medien so verfahren: wie kann sich dann eine qualifizierte Streitkultur oder gar eine LEBENDIGE Demokratie entwickeln?

2. Ich bin gelernter "Ossi"; d. h. ich habe ca. 38 Jahre in der DDR gelebt. Ich weiß, wie sich Diktatur anfühlt (z. B. gelte ich offiziell als "verfolgter Schüler"). Nicht nur in Politik und Medien sondern auch in Schule, Berufsleben, Gewerkschaft usw. liefen eine Menge Leute herum, die ganz genau wussten, was richtig und was falsch war. So lange man denen nicht widersprach, war alles gut. Wehe aber, wenn jemand zum Denken den eigenen Kopf benutzte und eine unerwünschte Meinung vertrat. Der war schnell ein Klassenfeind, gegen den Frieden ... Kurz: er galt als böser Mensch und lief Gefahr, abgestraft zu werden.

Und heute? Es gibt ein relativ breites Meinungsspektrum, darin kann sich jedermann nach Herzenslust tummeln. Aber wehe, man überschreitet dessen Grenzen! Dann ist man schnell Fundamentalist, Rassist, krank (-phob), rechts oder gleich ein Nazi. Kurz: man gilt als böse und läuft Gefahr abgestraft zu werden.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum PEGIDA nur im Osten solchen Zulauf hat? Wir sind gebrannte Kinder. Wir wissen, wie sich Diktatur anfühlt. Vielleicht sind wir deshalb in dieser Beziehung sensibler als die Wessis?

3. Sie empfinden als Diffamierung von „Diktatur“ zu sprechen? Mein Vorschlag: Machen Sie doch mal einen Selbstversuch. Lassen Sie Sarrazin oder einen anderen "rechten" Quertreiber in Ihrer Zeitung ausführlich zu Wort kommen. Ich bin überzeugt, danach werden Sie sehr schnell und sehr deutlich am eigenen Leibe erfahren, was mit Meinungsdiktatur gemeint ist.


Der Kern des Problems ist vermutlich, dass wir Deutschen unheilbar religiös sind. Wir brauchen immer ein höheres Ziel, dem wir dienen können; bzw. dem wir nachlaufen wie die Windhunde auf der Rennbahn dem falschen Hasen. Einst war es z. B. das Vaterland oder der Wahn, die größten und stärksten Arier zu sein. Dann wollten wir im Osten ein Arbeiter- und Bauernparadies errichten. Und heute gehen wir auf in dem Streben, die liebsten und gutesten Gutmenschen der Welt zu werden. Wer weiß, welchem Ziel wir in vierzig Jahren hinterherlaufen werden? Dummerweise ist dieser heilige Eifer wohl immer mit einem erklecklichen Maß an Realitätsverlust verbunden. Deshalb schlittern wir von einer Pleite in die nächste.

Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für 2015
Andreas Rau




Andreas Rau

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28.12.2014

Artikel; Der Islam ist nicht gefährlich !!!

Die Autorin diese Beitrags, scheint schon zu Lebzeiten im Himmel zu leben!!!
Große Teile unserer Gesellschaft scheinen Wohlstands-( auf Pump )-Freiheits-Überbildung und Demokratie benebelt zu sein…

…! Den " lieben Gott " haben wir auch ins Exil geschickt und dafür viele kleine " Götter " !

Herbeert Thiel

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27.12.2014

Anzeige "Handkommunion ist ein Sakrileg"

Anzeige Handkommunion
Ich verstehe, dass manche Menschen sich mit Veränderungen schwer tun. Veränderungen lösen Angst aus. Das Bisherige wankt. Aber dennoch müssen wir immer wieder zu…

…den Wurzeln zurück. Sonst kommen wir nicht ins Zentrum. Manche empfinden die Handkommunion als unwürdig. Ist die Zunge – manchmal noch herausgestreckt – würdiger als zwei geöffnete ineinander liegende Hände, die die Offenheit und Bereitschaft unseres Herzens ausdrücken? Das verstehe ich nicht. Apropos Zunge: Man sollte nachlesen, was der Jakobusbrief dazu sagt (Jak 3,6).

Pfarrer Wolfgang Gramer

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18.12.2014

Ach, geh doch unter!

Liebe Redaktion,

"Doch geht es heute beim Kampf ums christliche Abendland überhaupt noch ums Christentum?" Das tut es selbstverständlich nicht. Heutzutage interessiert sich hierzulande kaum…

…noch jemand für den christlichen Glauben. Aber es geht um das Erbe, das uns das christliche Abendland erkämpft und hinterlassen hat: das Grundgesetz, die Rechtsordnung, die Demokratie. Denn das gibt es im islamischen Morgenland nicht.

Wenn Ihnen dazu nicht mehr einfällt als "Ach, geh doch unter!", dann wundere ich mich nicht über Umfrage-Ergebnisse, wonach die Zahl derjenigen, "die großes oder sehr großes Vertrauen zu den Medien haben, von 40 Prozent (April 2012) auf 29 Prozent (Dezember 2014)" gesunken ist.

Mit freundlichen Grüßen
A.Rau

Andreas Rau

Antwort der Redaktion

Vielen Dank für Ihren Leserbrief. In meinem Text wende ich mich, gegen die politische Instrumentalisierung des Abendlandbegriffs, die nicht erst mit Pegida angefangen hat und in Deutschland eine nicht immer rühmliche Geschichte hatte. Ja, ich bin der Meinung, dass der Abendland-Begriff nicht mehr für einen politischen Diskurs taugt und eingemottet gehört. In diesem Sinne ist auch die Überschrift zu verstehen. Das gilt jedoch nicht für die Werte und Errungenschaften, die viele und auch sie mit dem Abendland verbinden: das Grundgesetz, die Rechtsordnung, die Demokratie.

Dazu nur so viel: Die moderne Demokratie wäre ohne die griechische Demokratie nicht denkbar. Versuche, das antike Griechenland ins christliche Abendland zu subsumieren, amüsieren mich immer ein wenig. Vor allem, weil wir von den meisten griechischen Philosophen und Literaten (die zumeist in den Zentren Kleinasiens wirkten) ohne die muslimische Übersetzungsarbeit heute keine Kenntnis hätten. Im Frühmittelalter war das maurische Spanien eines der wichtigsten Zentren der Kultur im Mittelalter. Gehört es nicht zum Abendland und damit auch indirekt der Islam? Davon abgesehen:Die Kirche hat sich mit dem Aufkommen der Demokratien und der Akzeptanz der Menschenrechte lange sehr schwer getan. Bis heute etwa hat der Vatikan die Menschenrechtskonvention nicht unterschrieben – als einziger europäische Staat neben Weißrussland.

Was mein Artikel mit dem Ansehensverlust der Medien zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.

 Es grüßt Sie herzlich,

Raoul Löbbert

Raoul Löbbert (Redakteur)

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05.12.2014

Bischof, tu was!

Magnus Striet hat einen verdienstvollen Artikel geschrieben. Gleichwohl bleibt seine Argumentation seltsam naiv. Und dies an mehreren Punkten. Die universitäre Theologie hat es schwer, wenn…

…auch aus ihren Kreisen heraus, erst recht aber aus bischöflichen Kreisen, Papst Benedikt als großer Theologe gefeiert und dabei verschwiegen wird, dass auch er nur eine theologische Position vertritt, die jedoch wegen ihrer hierarchologischen Verquickung dominiert. Schließlich hat Joseph Ratzinger als Präfekt und als Papst eine ganze Generation von Bischöfen bestimmt, resp. ernannt. Papst Franziskus will als Theologe hingegen erst noch entdeckt werden. Nicht jedermann akzeptiert, dass er ein nicht minder großer Theologe als Benedikt sein könnte; nur vertritt er eben eine andere Theologie: eine Theologie des Volkes. Die Theologie Benedikts impliziert eine zentralistische Kirche. Sie baut zur Durchsetzung dieses Anspruchs auf das Kirchenrecht. Der bestimmende Einfluss der Münchener Schule ist unverkennbar. Dass Magnus Striet ein rechtliches gegen ein sakramentales Kirchenverständnis ausspielt, löst das Problem keineswegs. Denn im Zweifel siegt über die Macht des Geistes die Übermacht des Rechts. Auch in der Kirche. Man wird sich schon die Mühe machen müssen, über die Münchener Schule hinaus Grund und Grenzen des Rechts in der Kirche neu zu bedenken. Das hat sie jahrzehntelang versäumt. Die Theologie hat die Aufgabe, darin hat Frau Florin recht, Kirche neu zu denken. Die dem Handeln der Bischöfe zugrundeliegende herrschende Meinung wird man so schnell nicht ändern. Das kann auch kaum die Aufgabe der Theologie sein. Aber sie kann kritisch die Entwicklung der Kirche begleiten, auf theologische Annahmen, Implikationen, Ambivalenzen und Aporien kirchlichen Handelns aufmerksam machen und an den Stellen, an denen sich tiefe Gräben auftun - zum Beispiel dem zwischen Geist und Recht - neue Lösungen suchen. Die universitäre Theologie wirkt dabei nicht administrativ, aber sie hat die Chance, die kommende Generation der Theologinnen und Theologen zu prägen.

Michael Böhnke

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28.11.2014

Wenn das Bett, das wir teilen als Rose blüht.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beziehe mich auf den Artikel Ihrer Redaktionsleiterin Christiane Florin in der Ausgabe 49/14.

Wenn man in der katholischen Kirche
arbeiten will,…

…so sollte man zumindest eine gewisse Grundhaltung, man nennt dies hier den Glauben, dass das, was Gott uns in der Schrift geoffenbart hat wahr ist und letztendlich auch das Beste für uns ist.
Es hat nichts damit zu tun, daß das Privatleben eingeschränkt werden soll und gerade die Tatsache, dass das Wort Gottes eben nicht frei auslegbar und je nach Lage veränderbar ist, macht die Kirche zu dem was sie ist, nämlich Verkünderin des Wortes Gottes. Ihre Redaktionsleiterin hat Recht, wenn sie schreibt: Unwürdig eigentlich und verletzend für alle, die sich ihren Glauben über das Ende ihrer Ehe hinaus bewahrt haben. Das wissen Bischöfe, das wissen andere kirchliche Führungskräfte, deshalb nehmen es schon länger nicht mehr alle so genau mit der Durchsetzung der Grundordnung.

Gerade diese Tatsache, dass sich verschiedene Bischöfe von der "Grundordnung" - sie meint wahrscheinlich die Treue zum Glauben- in den letzten Jahrzehnten doch in großzügiger und recht eigenwilligen Äußerungen- den Glauben den Belangen der Welt immer mehr angepasst haben, hat doch letztendlich dazu geführt, dass es immer weniger Menschen gibt, die Ihren Glauben an die Wahrheit bewahren, auch wenn`s unbequem wird.

Leider hat so mancher Bischof kalte Füße bekommen und leider auch der Kirche großen Schaden zu gefügt.

Es ist nicht Gott, der den Menschen verachtet, weil er homosexuell ist, bzw. im Ehebruch lebt oder in einer ungeordneten Beziehung, sondern es ist der Mensch, der sich durch seine Eigenmächtigkeit von Gott trennt und somit die Konsequenzen erfahren muß.

Hier noch zur Bestättigung Römerbrief 1, 18 - 32;

Sigrid Moll

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22.10.2014

Gott gehört nicht den Gotteskriegern

Herr Elmar Nass zeigt Ansätze und Ziele auf um den Islam zu reformieren, damit er vereinbar wird mit Menschenrechten und Demokratie. Er selbst und sein…

…Protagonist Mouhamad Khorchide setzen dabei auf die Vernunft und „rational-theologische Auslegung“ des Koran. Gleichzeitig lehnen sie aber die Aufklärung ab. Das aber ist ein Widerspruch. Denn Aufklärung definiert sich als Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz. Herr Nass meint, die abendländische Aufklärung wäre nicht „zielführend“. Herr Khorchide lehnte schon immer die Aufklärung ab, da sie dem Islam etwas Fremdes überstülpen würde. Also ist der ganze Beitrag von Herrn Nass im Sinne des Themas „nicht zielführend“. Herr Nass rückt allerdings am Ende des Beitrags von seiner ersten These ab, wenn er darauf hinweist, dass die Vernunft selbst als universeller, potentieller Intellekt Anteil an der Transzendenz hat. Eine goldene Brücke für Herrn Khorchide, die er allerdings nicht gewillt ist zu betreten. Der Islam wird sich niemals ohne Aufklärung reformieren können.

Hubertus Wrobel

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