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Das Unwesentliche: Grossbritannien

Sänk ju vor se Musik!

Aus: Christ & Welt Ausgabe 51/2011

Raoul Löbbert zeigt sich verständnislos angesichts des britischen Verhaltens. Und bemerkt, dass die Engländer bei der EU-Party eigentlich immer schon am Rand der Tanzfläche herumstanden.

Schon wieder ihr Briten! Reicht es euch nicht, dass wir Kontinentaleuropäer beim Londonbummel regelmäßig in eurem Linksverkehr unser Leben riskieren? Ist es immer noch nicht genug, dass eure Frühstückswürstchen unsere auf Dinkelbrötchen und fettarmen Camembert konditionierten Körper mit Cholesterin kontaminieren? Ist für euch wirklich nur ein guter Europäer, wer im Shopping-Exzess bei Harrods sein Haus verpfändet, um beim Rauskommen sein Leben zu beschließen unter dem Vorderreifen eines Londoner Black Cab? Müsst ihr jetzt auch noch der EU und damit uns die kalte Schulter zeigen? Was erwartet ihr denn, ihr Briten, etwa dass euch Sarkozy nach eurer kurzen Affäre mit Europa morgens die Füße massiert, nur damit ihr noch ein bisschen kuschelt? Ehrlich, wer will schon David Cameron, wenn er Carla Bruni haben kann? Oder unsere First Lady, ist die nicht ein fescher Brummer? Es mag ja gedauert haben, bis sie sich in die EU verguckte, aber jetzt – oh, là, là – glüht sie heiß wie ein Vulkan. Habt ihr echt keine Lust auf Samba? Dann eben nicht! Ihr habt eh nie richtig mitgetanzt. Während wir die Europa jahrzehntelang übers politische Parkett schoben und dabei Blut und Wasser schwitzten, um nicht zu stolpern und unter dieser Matrone begraben zu werden, wart ihr euch zu fein dafür und standet am Rand, um uns auszulachen. Was habt ihr eigentlich gegen dralle Frauen? Da ist was dran, dem man verfallen kann. Da gibt man gern den letzten Euro. Doch was wisst ihr von der Liebe? Nur Blümchen, Sex und „All you need is love“. Das ist uns zu dünn. An drallen Frauen wollen wir uns verbrennen! Wer will schon Carla Bruni, wenn ihn die Kanzlerin regieren kann? Deshalb wählt links, fahrt rechts und esst eure Würstchen schön mal selbst, statt zu schmollen. Jedes Pfund zählt heute. Und solltet ihr den Kanal wirklich voll haben, mauert nicht gleich den Eurotunnel zu.

Erschienen in:
Ausgabe 51/2011
Redakteur:
Raoul Löbbert (Redakteur)
Thema:
Das Unwesentliche
Stichworte:
Außenpolitik, Lebensstil