Das Unwesentliche: Rote Liebe
Lafos Love
Aus: Christ & Welt Ausgabe 47/2011
Oskar Lafontaine und Sarah Wagenknechts neue friedliche Waffenbrüderschaft: Wird Lenin der Trauzeuge? fragt Andreas Öhler.

Oskar Lafontaine (68) und Sahra Wagenknecht (42) sind zusammen 110 Jahre alt. Ihre politischen Ideen sind nicht viel älter. Nun haben sie sich als frisches Liebespaar geoutet. Dafür hat der Ex-?Finanzminister, Ex-Ministerpräsident und Ex-Parteichef seine Ehegattin Christa Müller rechts liegen lassen und sie zur Ex gekürt. Wo das Liebesnest der beiden in Zukunft errichtet wird, auf dem Boden der demokratischen Grundordnung oder doch eher auf der kommunistischen Plattform, ist noch offen. Eine solche Liaison hat eher den Charme jener viel beschworenen „unverbrüchlichen Waffenbrüderschaft“ unter sozialistischen Staaten als den einer französisch prickelnden Amour fou. Während sich die Genossen über die neue deutsch-deutsche Vereinigung freuen, ist dennoch Vorsicht geboten für den alten Galan an der Saar: Seine Sahra hat ihren Lenin gut studiert. Der revolutionäre Zyniker prägte den Begriff vom „nützlichen Idioten“, um damit naive idealistische Sowjet-Sympathisanten im Westen zu bezeichnen, die sich ahnungslos für die ideologischen Zwecke der bolschewistischen Revolution einspannen ließen, bis man sich ihrer entledigte. Und was führte die junge Kämpferin mit der Rosa-Luxemburg-Frisur zu dieser Beziehung? Erich Honecker war bekanntlich Saarländer. Ist es der saarländische Akzent Oskars, der ihr Heimweh nach der DDR stillt? Oder ist sie schon so verwestlicht, dass sie meint, der Oskar sei eine Trophäe aus Hollywood? Die Liebe kennt bekanntlich keine Grenzen.





