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Stimmen der Weltkirche

„Höchste Demut“

Aus: Christ & Welt Ausgabe 08/2013

Der Kurienkardinal Peter K. A. Turkson, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden meint:

Foto: Mario Vedder/dapd/DDP

 „Ja, die Entscheidung war unerwartet, aber der Rücktritt ist immer eine Möglichkeit gewesen. Angekündigt am Festtag Unserer Lieben Frau in Lourdes, hat sich der Heilige Vater an die Seite derer gestellt, die den Welttag der Kranken und Alten begehen und um die Hilfe von Mutter Maria bitten. Die letzten Tage von Johannes Paul II., der seine Krankheit mutig öffentlich lebte, waren eine große Lehre von dem hohen Stellenwert des menschlichen Lebens, von seinen Anfängen bis zum Ende. Papst Benedikt hat offensichtlich eine sorgfältig abgewogene Entscheidung getroffen, die seiner einzigartigen, schwierigen und sich schnell ändernden Lebenslage entspricht, und er hat dies mit innerem Frieden getan.

Sein Rücktritt bezeugt große Aufrichtigkeit und Uneigennützigkeit. Sein Augenmerk richtete sich darauf, der Kirche bestmöglich zu dienen. In einem treffenden Kommentar hieß es: ,Der höchste Pontifex zeigt höchste Demut.‘ Spekulationen über die Nationalität des nächsten Papstes sind nicht sehr hilfreich, die Wahl basiert nicht auf einem repräsentativen oder statistischen Verfahren. Lasst uns stattdessen eingedenk der Tatsache, dass die Kirche Gott gehört, für das Konklave beten. Möge der Heilige Geist die Kardinäle bei der Wahl leiten. Möge der neue Papst so gut ausgewählt sein, dass er die Kirche weltweit anführen kann, um den Willen ihres Gründers Jesus Christus zu erfüllen. Möge der neue Papst über die vielfältigen Gaben und Talente verfügen, die er braucht, um die Kirche und die ganze Menschheit durch die kommenden Jahre zu führen.“





Erschienen in:
Ausgabe 08/2013
Redakteur:
Astrid Prange (Redakteurin)
Thema:
Großaufnahme
Stichworte:
Katholisch, Papst