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Entweltlichung

Geistiger Klimawandel: Was uns blüht

Aus: Christ & Welt Ausgabe 49/2011

Die Bischöfe wollen den Weltbild Verlag verkaufen – eine spektakuläre Entscheidung. Doch das ist erst der Anfang. Die päpstliche Forderung nach Entweltlichung wirkt weiter, die deutsche Kirche muss sich ihr stellen. Wer ist als Nächster dran? Christ & Welt eröffnet die Debatte ums geistliche Kerngeschäft. Ein Blick auf Klostershops, Krankenhäuser und Kreditwesen.

© Ron Rosenstock/Glasshouse/Plainpicture

Am Schluss seiner Deutschlandreise im September stellte Papst Benedikt XVI. den deutschen Katholiken eine Aufgabe. Seither rätseln Freunde und Kritiker, was er gemeint haben könnte, als er von der Entweltlichung sprach. Er äußerte seine Sorge darüber, dass die Kirche „Organisation und Institutionalisierung größeres Gewicht gibt als ihrer Berufung zur Offenheit“. Eine „von ihrer materiellen und politischen Last befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden“. Joachim Kardinal Meisner, der Kölner Erzbischof, übersetzte die Rede in die Sprache des gemeinen Mannes. Das Auto namens Kirche leide an einem Missverhältnis zwischen Ausmaß und Antrieb: „Wir müssen die zu große Karosserie abbauen und eine kleinere Form finden, die unserer inneren Kraft entspricht.“?Als Konsequenz wollen sich die Bischöfe vom Weltbild Verlag, der auch Softpornos im Sortiment hatte, trennen. Konservative Katholiken kritisieren, er produziere insgesamt zu viel Weltliches.

Erschienen in:
Ausgabe 49/2011
Redakteur:
Wolfgang Thielmann (Redakteur)
Thema:
Großaufnahme
Stichworte:
keine