Das Unwesentliche: FDP
Franzi macht es vor!
Aus: Christ & Welt Ausgabe 01/2012
Andreas Öhler rät der FDP, etwas mehr zu sein wie der Terrier von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: bissig ohne im entscheidenden Moment den Schwanz einzuziehen

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat einen schottischen Terrier. Und der hat etwas, was ihrer FDP abhandengekommen ist: Biss. Natürlich ist es unstatthaft, Parteien mit Hunden zu vergleichen. Aber „Franzi“ nahm laut der Justizministerin im Laufe seines Hundelebens an vielen liberalen Treffen teil. Dort habe sich der Vierbeiner mit Delegierten ausgetauscht. Einer lernte da vom anderen. Als neulich eine Dame am Starnberger See dem Tier ein Leckerli zustecken wollte, biss es zu. Das erinnert an die Anfänge der christlich-liberalen Koalition, als die Kanzlerin ihrem Partner in puncto Steuersenkung den kleinen Finger reichte, er aber nach der ganzen Hand schnappte. Die Opposition, die Guido Westerwelle damals bellen hörte, rief, es gehe nicht an, dass der Schwanz mit dem Hund wedele. Das „kleine Würstchen“ – jetzt ist wieder von Franzi die Rede – sei, so das Frauchen, eigentlich sehr harmlos und verspielt. Eine Spaßpartei-Töle eben, um die es nun bitter ernst wird. 6000 Euro Schmerzensgeld fordert das Opfer, doch die Ministerin hält die Forderung für überzogen: „Es sind nur einige Hunderter angemessen.“ Frau Leutheusser-Schnarrenberger war übrigens gar nicht zugegen, als ihr Terrier zubiss! Wie sie nie dabei ist, wenn sich die FDP zerfleischt. Wenn sie schon nicht verhindern kann, dass ihre Partei auf den Hund kommt, kann sie wenigstens erwirken, dass Franzi das Dreikönigstreffen in Stuttgart zum Erfolg führt. Einer, der noch Zähne zeigt und ein dickes Fell hat?…





