Deutsche Sprache
Es lebe der „v.u.z“!
Aus: Christ & Welt Ausgabe 5/2011
Die deutsche Sprache muss gesäubert werden, glaubt Mürvet Öztürk. Es gebe Wörter in ihr, so kritisierte die Grünen-Politikerin jüngst, die seien politisch kontaminiert, weil „diskriminierend“.
Die deutsche Sprache muss gesäubert werden, glaubt Mürvet Öztürk. Es gebe Wörter in ihr, so kritisierte die Grünen-Politikerin jüngst, die seien politisch kontaminiert, weil „diskriminierend“. „Integration“ etwa oder „Migrationshintergrund“. Stattdessen solle man lieber von „Teilhabe“ sprechen, von „Pluralität“ oder „Demokratie“. Toll, jede Stammtischrunde würde damit zur Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten mit verteilten Rollen. Doch das kann nur ein Anfang sein, finden wir. Deshalb fordert C & W eine sprachliche Positivliste für ein positives neues Deutschland: In der „Schuldenkrise“ etwa gilt es fortan die „Schuldenchance“ zu sehen, im „Euro“ die Währung „formerly known as D-Mark“. Außerdem sind folgende Eigennamen für ihre Träger diskriminierend und deshalb durch „Günther Jauch“ zu ersetzen: Thilo Sarrazin, Kim Jong Il, Lord Voldemort, Wolfgang Schäuble.
Johannes B. Kerner würde gleich sympathischer, hieße er „Sandra Maischberger“. Sandra Maischberger dürfte sich ohne Substanzverlust ruhig „Reinhold Beckmann“ nennen. Für Reinhold Beckmann könnte zu seinem und unserem Besten das Testbild eingeblendet werden. Sollte einer von ihnen, also Kerner/Maischberger oder Maischberger/Beckmann wieder mal die Quote am Hindukusch verteidigen wollen, indem er/sie den Verteidigungsminister interviewt, hat er/sie ihn statt mit „Verteidigungsminister“ mit „von und zu“ (kurz: v. u.z.) anzureden. Das klingt zackig. Für Interviews mit dem „v. u. z“ gilt: „Afghanistan“ ist abgeschafft, auf Positiv-Deutsch heißt es nun: Deutsch-Südost – gab’s zwar schon, macht aber nichts. Wer das den „v.u.z.“ verunglimpfende Afghanistan-Wort dennoch verwendet, wird mit nicht unter drei Monaten „Urlaub“ (statt „Auf- und Abentern“) auf der „MS Deutschland“ (statt „Gorch Fock“) bestraft.





