Ihr Motiv:
Cindy Lee Garcia
Aus: Christ & Welt Ausgabe 39/2012
Sie ist Schauspielerin in dem Video, das die muslimische Welt in Aufruhr versetzt. Und fühlt sich hintergangen.
Nein, ein Star ist sie nicht, und auf den Ruhm, der sie jetzt ereilt, würde sie gerne verzichten. Cindy Lee Garcia spielt eine Nebenrolle in „The Innocence of Muslims“, dem Film, der nun die islamische Welt erschüttert. Kürzlich sah die Schauspielerin aus dem kalifornischen Bakersfield im Internet den Trailer des Streifens, seither weiß sie, dass sie hintergangen wurde. Denn gecastet wurde sie für einen Abenteuerfilm in der Arabischen Wüste. „Das hatte nichts mit Religion zu tun“, sagte Garcia dem New Yorker Blog Gawker über die Dreharbeiten, „von Mohammed oder den Muslimen war gar nicht die Rede.“ Gedreht wurde 2011 in einer Kirche bei Los Angeles, vor einer „Green Screen“, also in einem virtuellen Studio. Später wurden die Schauspieler mit neuen Texten nachsynchronisiert. Aus dem „Master George“ des Scripts wurde die „Mohammed“-Figur des Films, ein Schürzenjäger und Kinderschänder. Nun brennen westliche Botschaften in islamischen Staaten.
Garcia ist nicht allein, auch andere aus dem Filmteam fühlen sich betrogen und protestieren gegen das tendenziöse Machwerk. Mit religiösem Hass will Garcia nichts zu tun haben. Außer als Schauspielerin arbeitet sie als Pastorin, regelmäßig reist sie nach Malawi, um dort Witwen zu unterstützen. Jetzt braucht sie selber Unterstützung. Und Schutz. Sie lebt an einem geheimen Ort. Lautstark kämpft sie dagegen an, dass ihr Name im Zusammenhang mit dem Film auftaucht; den Drehbuchautor und Regisseur will sie verklagen. 500 Dollar hat Cindy Lee Garcia mit ihrem Engagement verdient. Das ist zu wenig, um sich eine neue Existenz aufzubauen. „Ich befinde mich mitten in einem Albtraum“, sagte sie dem Fernsehsender CNN. Angst habe sie nicht, sie fühle nur „Wut und Schmerz. Mein Mann hat Angst um mich. Ich nicht, ich bin einfach sauer.“





