Das Unwesentliche: Marsmission
Big Brother außerirdisch
Aus: Christ & Welt Ausgabe 34/2012
Nach der erfolgreichen Landung und Arbeit des Forschungsvehikels „Curiosity“ auf dem Mars greifen die Erdlinge in ihrem Fortschrittstraum nun vollends nach diesem Stern

Nach der erfolgreichen Landung und Arbeit des Forschungsvehikels „Curiosity“ auf dem Mars greifen die Erdlinge in ihrem Fortschrittstraum nun vollends nach diesem Stern. Bemannte Raumfahrtflüge zum Roten Planeten rücken plötzlich in die Nähe des Vorstellbaren.
US-Präsident Barak Obama gedenkt diesen Tag noch zu erleben und feiert ganz wahlkampfgemäß diese technologische Vision, während sein Rivale Mitt Romney kein Wort über den jetzigen Nasa-Triumph verliert. Er hat schon Mühe, in seinem Land politisch an Boden zu gewinnen, wie will er da erst auf dem Mars ein Bein auf die Erde kriegen?
Er unterstützt die Weltraumvision seines Gegners vielleicht aber auch aus einem weiteren Grund nicht: Dort gibt es keine Haustüren, an denen adrette junge Männer aus Utah mit schwarzen Namensschildchen am Revers mormonische Bibelmissionsarbeit betreiben können. Die Gemeinde soll überdies zusammenbleiben.
Vom Mars führt aber kein Weg zurück: zu teuer! Die Flugkörper gehen bei diesem Kamikaze auf Raten den Weg aller Einwegprodukte. Befördern sie Menschen, bedeutet das für die Passagiere eine Reise ohne Wiederkehr. Eine niederländische Firma plant, ab 2023 solche One-Way-Flüge zum Mars anzubieten. Mit Kameras ausgestattete Wohncontainer auf abgeriegeltem Gelände, in denen eine gecastete Gruppe unter laufender Beobachtung ihr Leben oder das, was sie dafür hält, zur Schau stellt – das hatten wir doch schon mal, und es war die Hölle auf Erden.





