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		<title>Christ&amp;Welt - News Feed</title>
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			<title>Christ&amp;Welt - News Feed</title>
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			<title>Betreff: Pfingstwunder</title>
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			<description>Die Kanzlerin beklagt, das wir Deutsche als Sparkomissare nicht gut angesehen sind. Dabei schadet uns unsere Überheblichkeit gegenüber den EU-Nachbarn weit mehr.<p class="more"><a href="/abo/">Interessiert? Hier geht's zum Probeabo</a></p></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie werden erleichtert sein, dass ich Sie im heutigen Brief nicht mit dem Ergebnis der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen belästige. Das werden andere mit Inbrunst tun. Aber nach dieser krachenden Niederlage werden Ihre Parteigremien Sie nicht einfach zur Tagesordnung übergehen lassen. Die Analyse der Bundestagswahl wie der verlorenen Wahl in Baden-Württemberg konnten Sie noch unter den Tisch kehren. Nach dem Desaster in Nordrhein-Westfalen werden nun aber keine Ihrer Beruhigungspillen mehr helfen. Jetzt schon fürchten nämlich manche CDU- und CSU-Bundestagsabgeordneten um ihre parlamentarische und persönliche Existenz: Der Wahltermin 2013 ist nicht mehr weit.<br /><br />Ich befürchte, dass die Bundestagswahl auch Ihre Europapolitik zunehmend und leider auch sachfremd bestimmen wird. Sie machten sich Sorgen über die heftigen antideutschen Reaktionen in vielen Ländern Europas, die unter Sparmaßnahmen leiden, lese ich in der jüngsten Ausgabe des „Spiegels“, und Sie hofften, dass der neue französische Präsident Ihnen helfen könnte, das deutsche Image in Europa zu verbessern. Auch Ihr Außenminister Guido Westerwelle vermisst eine „nötige Sensibilität“ im Umgang mit den europäischen Nachbarn.<br /><br />Beide haben Sie mehr als recht. Ich frage mich allerdings, warum diese Nachdenklichkeit sich erst jetzt meldet und ob Sie, Frau Bundeskanzlerin, sich der Ursachen der neuen europäischen Deutschenskepsis wirklich bewusst sind. Ihr Hinweis auf die wirtschaftlich gebeutelten Länder des Südens und auf Ihre eigene nicht sehr dankbare Rolle als europäische Kassenwartin mag ein Grund für den wachsenden Groll gegen Deutschland sein, der wesentliche ist es nicht. Reden Sie mal mit Portugiesen, Spaniern, Franzosen oder Griechen! Die meisten haben Verständnis, dass die Deutschen „ihren“ Euro zusammenhalten. Sie bewundern die deutsche Wirtschaftskraft. Sie verabscheuen aber die Überheblichkeit und Kaltschnäuzigkeit mancher deutscher Politiker, Manager und auch Journalisten. Sie können die Selbstgerechtigkeit nicht mehr hören, die sich in Reden, Zeitungsartikeln und deutschen Fernsehsendungen breitmacht. Viele fühlen sich verletzt, ungerecht beurteilt und drittklassig behandelt. Leider, Frau Bundeskanzlerin, hat Ihr Spruch von den vielen Urlaubstagen, die sich Südeuropäer gönnen würden, Ihr Ansehen bei diesen EU-Mitgliedern nicht gesteigert.<br /><br />Dass „in Europa“, so Volker Kauder, „wieder Deutsch gesprochen wird“, erregt dort meist höhnisches Gelächter. Wenn sich CSU-Politiker über die Korruptionsanfälligkeit ganz Griechenlands auslassen, vergessen sie, dass Siemens in München beheimatet ist. Nein, es ist weniger die wirtschaftliche Vormacht Deutschlands, die zu antideutschen Reaktionen führt. Es ist das arrogante Geschwätz. Bald ist Pfingsten, Frau Bundeskanzlerin, das christliche Fest, das vom Wirrwarr der Sprachen und dem Wunder des Verstehens erzählt. Ein wunderbarer Termin für Politiker und Journalisten. <br /><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Brief an die Bundeskanzlerin</category>
			
			Nikolaus Brender (Kolumnist)
			<pubDate>Wed, 16 May 2012 13:16:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Ich hab da mal 'ne Frage</title>
			<link>http://www.christundwelt.de/themen/detail/artikel/ich-hab-da-mal-ne-frage/</link>
			<description>An diesem Mittwoch beginnt der 98. Katholikentag in Mannheim.
Ist auch willkommen, wer nur einmal im Jahr in die Kirche geht?</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war noch nie auf einem Katholikentag. Nicht, dass ich etwas gegen Katholikentage oder Katholiken hätte. Ich bin selbst Katholik. Ich bin getauft und habe zwei katholische Gymnasien besucht. Ich zahle Kirchensteuer und ich zahle sie gern, obwohl ich nur an Weihnachten und da auch nicht immer in die Kirche gehe. Meine Kirchensteuer gibt mir das Gefühl, Gutes zu tun, ohne dass ich meinen Glauben damit zum Hauptberuf mache. Natürlich weiß ich, dass es bessere Katholiken gibt als mich, aber ich weiß auch: Ich bin nicht allein. Millionen Katholiken sind so. Sind wir deshalb schlechtere Menschen?<br /><br />Auch ich habe Werte, und zu über 90 Prozent sind sie mit denen der katholischen Kirche identisch. Aber zu über 90 Prozent sind auch Mensch und Schimpanse genetisch identisch. Bin ich ein Primat, der sich erst noch zum Katholiken entwickeln muss? Sehe ich Katholiken ähnlich, bin aber keiner? Ich hoffe nicht. Denn ich fühle mich wohl, latent katholisch, wie ich bin. Doch latent katholisch sein, reicht das für den Katholikentag? <br /><br />Zahlende Mitglieder gibt es nicht nur in der Kirche. In jeder Partei machen sie die breite, meist schweigende Masse der Dazugehörenden aus. Auch in einer Partei war ich mal zahlendes Mitglied. Ich war ein Soze. Einmal bin ich zum Sozen-Tag gegangen: dem Treffen meines Ortsvereins. Lauter alte Männer saßen da und redeten. Redeten sie nicht, hoben sie die Hände und es wurde Bier bestellt oder etwas beschlossen. Das war praktisch dasselbe. Und alle glaubten dasselbe und tranken dasselbe und ich war neidisch: Ich gehörte nicht dazu, obwohl ich dazugehörte. Denn meine Genossen hatten bereits die Antwort auf die Frage gefunden, deretwegen ich in die SPD eingetreten war: Wie ist eine gerechtere Welt möglich? <br /><br />Ich habe an jenem Abend keine Antwort gefunden. Ich weiß auch gar nicht, ob es auf diese wie auf alle guten Fragen letztlich die eine Antwort gibt. Vielleicht ist das auch gar nicht wichtig. Vielleicht reicht es, einfach immer und immer wieder dieselbe Frage zu stellen. Meine Genossen jedenfalls haben gemerkt, dass ich anders bin als sie. Wenn sie mich ansahen, dann mit dem bösen Blick, mit dem man Gäste anschaut, von denen man nicht recht weiß, was man von ihnen halten soll. Ich bin dann irgendwann gegangen, bevor sie mir noch ein Amt antragen konnten.<br /><br />Ähnlich wie die Sozialdemokratie ist der Katholikentag für Sinnsucher wie mich gemacht. Warum aber fahre ich wahrscheinlich wieder nicht hin? Ich schlage das Programm auf und sehe das offizielle Katholikentagsgebet von Erzbischof Robert Zollitsch: „Gott, in deinem Namen wollen wir einen Aufbruch wagen“, heißt es da. Wie leicht dem Bischof und den 60000 Besuchern des Katholikentags das Wort „Gott“ über die Lippen geht! Ich weiß nicht, ob ich es an ihrer Stelle so selbstbewusst hinausbeten könnte in die Welt. Denn das macht man eigentlich nicht. Glaube ist heute Privatsache, man behält ihn für sich, um niemanden damit zu stören. Und dann wäre da noch die Sache mit der ersten Person Plural. Ich bin kein Wir-Typ, das war schon bei den Sozen mein Problem. Vielleicht haben die Kulturpessimisten recht, die sagen, der Individualismus hat meine Generation für alle kollektiven Glücksgefühle verdorben – zumindest für die, die nichts mit Schwarmintelligenz zu tun haben, die nicht anarchisch, sondern hierarchisch sind. Wahrscheinlich habe ich verlernt, mich unterzuordnen und es zu genießen. Ich gebe es also zu: Demut fällt mir schwer. Das ist alles andere als gut.</p>
<p>Bin ich also wirklich kein richtiger Katholik? Wäre es nur fair, die Konsequenz daraus zu ziehen und aus der Kirche auszutreten? Immerhin bin ich ja auch aus der SPD ausgetreten, allerdings nur, weil es berufsschädigend ist, als unabhängiger Journalist einer Partei anzugehören. Generell habe ich nämlich nicht aufgehört, die Frage nach der besseren Welt zu stellen, und es ist ja auch nach wie vor möglich, dass die Genossen die Antwort auf meine Frage kennen; wie auch die Katholiken beim Katholikentag möglicherweise richtig liegen mit ihrem Aufbruch und ich das nur noch nicht recht begreife. Mir raucht der Schädel: Bin ich in Wahrheit vielleicht ein Pirat? Immerhin plakatieren die Piraten: „Wir haben die Fragen, ihr habt die Antworten“. In Schweden ist sogar ein ideologischer Ableger der Piraten zur Religionsgemeinschaft erklärt worden. Mittlerweile ahne ich, warum. Doch gläubiger Pirat sein? Gott, nein!<br /><br />Die Wahrheit ist: Ich weiß nicht, warum ich Katholik bin, aber ich bin es. Das hat mit Gefühl, nicht mit Logik zu tun. Wie ich mich auch immer schon als Soze und nie als Grüner oder Konservativer gefühlt habe. Schon meine Eltern waren Herzens-Sozen. Wie sie mag ich die Rituale, die Lieder: „Wenn wir schreiten Seit an Seit“. Ja, da ist es wieder, das kleine Wörtchen „wir“. Ich gehöre wohl doch dazu. Und genauso ist es mit dem Katholizismus.<br /><br />Ich war mal in einem evangelischen Gottesdienst. Ich weiß, dass das nicht dasselbe ist wie ein katholischer, dennoch habe ich auf das Gebimmel zu Beginn gewartet, den Weihrauch, selbst auf das Knien, das ich als Kind im Schulgottesdienst gehasst habe. Doch als ich merkte, es kommt nicht mehr, habe ich es vermisst. Wenn schon Kirche, dann will ich die Kniebänke meiner Kindheit an meinen schmerzenden Schienbeinen fühlen. <br /><br />Ich bin wohl ein Weihnachtschrist. Heiligabend und der erste Weihnachtsfeiertag sind meine Katholikentage. Wir Weihnachtschristen haben zwar das ganze Jahr nicht viel mit Kirche am Hut, außer dass wir für sie bezahlen, aber Fragen nach Gott und Sinn haben auch wir. Erst wenn uns die Fragen ausgingen, wäre es endgültig vorbei. Und auch, wenn es uns oft schwerfällt, zu glauben, dass es eine Antwort auf alles gibt, möchten wir sie doch manchmal fühlen.<br /><br />Und wir wollen umarmt werden. Singen und Weihrauch gehen auch. Wenn deshalb einer von uns bei eurem Katholikentag auftaucht und euch mit Fragen bombardiert, die nach eurer Auffassung eigentlich klar sein müssten, hilft nur eins: Einfach umarmen! Wir brauchen das, wir sind Gäste bei euch, deshalb sind wir da. Liebt uns in die Knie!<br /><br /><em>Der Katholikentag beginnt Mittwoch und endet am Sonntag mit dem Hauptgottesdienst.</em><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Leitartikel</category>
			
			Raoul Löbbert (Redakteur)
			<pubDate>Wed, 16 May 2012 13:03:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
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			<title>Im Auge des Zyklopen</title>
			<link>http://www.christundwelt.de/themen/detail/artikel/im-auge-des-zyklopen/</link>
			<description>Nur mit wöchentlichen Neuwahlen lässt sich Griechenland retten. </description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Zehn Jahre dauerte schon der Kampf der neueren Götter mit den Titanen. Das Meer wallte auf, die Erde seufzte, der Himmel ächzte, und der hohe Olymp wurde vom Gipfel bis zur Wurzel erschüttert.“ In Karl Philipp Moritz’ „Götterlehre“ von 1789 stehen diese Zeilen. Sie könnten auch einem EU-Bericht entstammen, der die griechische Parteienlandschaft evaluiert. Nur: Aus sozialistischen Titanen und neodemokratischen Göttern wurden inzwischen Zwerge, von den Wählern heruntergerechnet auf ihre wahre Größe. Verdutzt stehen die Hellenen vor den neuen Regierungskleinwüchsigen und fragen betreten: „Wie viel innere Größe passt eigentlich in so einen Zwerg?“ Sie meinen: Innere Größe sei das, was das Land jetzt braucht, um seine Außenhandelszahlen zu verbessern. <br /><br />Der Grieche hasst übrigens immer am meisten die Zustände, in denen er gerade lebt. Noch mehr ist ihm Bewegung verhasst. Sie könnte Herrn Lamentidis aktiv werden lassen. An den antiken Tempeln kann schließlich jeder erkennen: Sie haben sich nicht selbst ruiniert! Wind und Wetter nagten jahrtausendelang an ihnen, zerfraßen Fries und Säulen. Woher kommen Wind und Wetter? Aus dem Ausland natürlich. Und woher kommt das Ausland? Aus Europa! Man kann diese Aggressoren nur durch wöchentliche Neuwahlen in die Knie zwingen, quasi auf Augenhöhe mit den Politikern des Landes. Wie listenreich! Odysseus hätte seine Freude an solchen Landsleuten gehabt. Und jeder Zyklop hätte ein Auge zugedrückt.</p>]]></content:encoded>
			<category>Das Unwesentliche</category>
			
			Andreas Öhler (Redakteur)
			<pubDate>Wed, 16 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
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			<title>Der Chef sucht Sinn</title>
			<link>http://www.christundwelt.de/</link>
			<description>Eine neue Studie belegt die Rückkehr der Religion in den Medien.<p class="more"><a href="/abo/">Interessiert? Hier geht's zum Probeabo</a></p></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Ende der Geschichte ist noch nicht gekommen. Vor genau 20 Jahren rief der amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama es vorschnell aus. Für ihn war damit der Triumph des Liberalismus über den sowjetisch geprägten Sozialismus verbunden. Der Gegensatz zwischen Kapitalismus und Sozialismus schien überwunden. Doch das ewige Reich von Demokratie und Marktwirtschaft, das dem Ende der Geschichte folgen sollte, harrt noch seiner Erfüllung. <br /><br />Auch das Totenglöckchen der Gottesfurcht ist schon oft geläutet worden. Von Nietzsche, aber auch von weniger philosophisch versierten Geistern. Seit den Sechzigerjahren beschwören Säkularisierungsvertreter den Bedeutungsverlust von Religion und Glauben in der modernen und zunehmend materiellen Welt. Für jene, die diese Entwicklung bedauern, sind „die“ Medien dafür mitverantwortlich. Eine neue Studie des Exzellenzcluters „Religion und Politik“ der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster straft diese Behauptung Lügen. Die Untersuchung mit dem Titel „Religion bei Meinungsmachern“ kommt zum Schluss, dass Religion durchaus Schlagzeilen macht. Wenn auch negative: Die Gefahren religiöser Gewalt seien zu den Topthemen der medialen Berichterstattung avanciert, heißt es da. Nach dem Attentat auf die Twin Towers in New York gilt nicht nur der Islam als gewaltbereit. Vielmehr wird Religion allgemein als Konfliktfaktor wahrgenommen, was wiederum zu einer stärkeren Medienpräsenz führt. „Sowohl der Angriff islamistischer Attentäter vom 11.September 2001 als auch die verstärkte Immigration von Muslimen werden als Ursachen für eine in der Gesellschaft zu beobachtende neue Zuwendung zu den eigenen religiösen Herkunftsbeständen, nämlich dem Christentum, interpretiert“, schreiben die Autoren.<br /><br />Befragt wurden für die Studie 18 journalistische Führungskräfte aus 14 unterschiedlichen Medien, darunter 15 Meinungsmacher aus dem Politikressort und drei vom Feuilleton. Religion sehen sie nicht nur als Gefahr. Ihr eigenes Bekenntnis werten sie als Privatsache, gleichwohl gestehen sie dem Glauben sinnstiftende und soziale Relevanz zu. Kirchen sind für sie Moralagenturen einer christlich geprägten Gesellschaft, die es in ihren Grundfesten zu verteidigen gelte, lautet das Fazit der Medienmacher.<br /><br />Wie alle anderen „Topthemen“ ist auch Religion auf dem Nachrichtenmarkt starken Schwankungen ausgesetzt. Stimmt der „News-Wert“ nicht, fallen die Themen durchs Raster, auch für Friedensstifter gibt es keinen medialen Bonus. So stößt der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche auf große Resonanz, die Debatte über neues christliches Liedgut in evangelischen und katholischen Gesangbüchern eher nicht. Während Papst Johannes Paul II. mit spektakulären Reisen und politischen Begegnungen positive Schlagzeilen produzierte, muss sein Nachfolger Benedikt XVI. einen medialen Absturz verkraften. Als Top-Prominenter gilt er gleichwohl. Andere Kirchenvertreter dagegen spielen in medialen Debatten kaum eine Rolle. In den 1950er- und 1960er-Jahren waren sie noch ganz selbstverständlich in der Öffentlichkeit präsent. <br /><br />Die Zeiten antikirchlicher und antichristlicher Mobilisierung sind lange vorbei, die Zeiten traditionsbedingter Beachtung allerdings auch. Die Studie bescheinigt den „Elitejournalisten“ eine wohlmeinende religiöse Distanz: Sie würden für christliche Werte eintreten, auch wenn sie persönlich nicht an Gott glaubten. Mit anderen Worten: Die Sinnsucher sitzen nicht nur beim Schweigeseminar im Kloster, sondern auch in den Chefredaktionen. „Die Journalisten fühlen sich in ihrer professionellen Verantwortung als Meinungsmacher in die Pflicht genommen, Antworten auf die Zeitentwicklung zu generieren“, lautet das Fazit in schönstem Wissenschaftsdeutsch. Auch Journalisten fühlen sich also zum Predigen berufen. Deshalb neigen sie dazu, das Ende der Geschichte oder wenigstens das Ende der Religionen auszurufen. Und die Rückkehr natürlich auch.</p>]]></content:encoded>
			<category>Das Wesentliche</category>
			
			Astrid Prange (Redakteurin)
			<pubDate>Wed, 16 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
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			<title>Fahrt ins Blaue</title>
			<link>http://www.christundwelt.de/themen/detail/artikel/fahrt-ins-blaue/</link>
			<description>Die Naturwissenschaften haben den Himmel entzaubert. Der Theologe Reimer Gronemeyer versucht Ort und Wort zu retten. </description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Christ&amp;Welt: „Imagine there’s no ?heaven“ – stell dir vor, es gäbe keinen Himmel, singt John Lennon. Das Lied wurde bei der staatlichen ?Trauerfeier für die Opfer der Zwickauer Terrorzelle gespielt. Was sagt das über dieses Land?</strong><strong><br />Reimer Gronemeyer:</strong> Es zeigt, dass wir den Himmel verloren haben. Die Normalität ist das radikale Nichts, das völlig Diesseitige. Der „sky“, von dem Lennon singt, ist im Unterschied zum „heaven“ leer. Ich hoffe aber, dass alle, die das Lied hören, so etwas wie Trauer darüber spüren, dass uns ein Ort und ein Wort verloren gegangen sind. <strong><br /><br />C&amp;W: Ist der Himmel religions- und konfessionsübergreifend? </strong><strong><br />Gronemeyer:</strong> Nein, das wäre ja ein schrecklicher Gedanke. Dann wäre er ein geschmackloser, neutraler Ort. Ich teile überhaupt nicht, was Hans Küng versucht mit seinem Weltethos-Instanthimmel. Der Himmel der Christen ist etwas anderes als das Nirwana der Buddhisten, darüber sollte man nicht hinwegreden. <strong><br /><br />C&amp;W: Warum haben es Menschen, die an den Himmel glauben, besser? </strong><br /><strong>Gronemeyer:</strong> Wer sich auf den Kinderglauben beschränkt, dass da oben ein alter Mann mit Bart sitzt und Petrus die Himmelsschlüssel in den Händen hält, der hat es nicht besser. Ich verstehe Himmel als Sehnsucht nach dem Guten und Schönen. Und ohne diese Sehnsucht hätten wir doch ein armseliges Leben ohne Hoffnung und Sinn.<strong><br /><br />C&amp;W: Das klingt auch sehr diesseitig. </strong><strong><br />Gronemeyer:</strong> Nein. Denn wer sich ein Bewusstsein für den Himmel erhält, lässt sich von den Naturwissenschaften nicht einreden, dass wir uns mit unserer Endlichkeit abfinden sollen. Die Vorstellung, dass nach uns etwas ist und vor uns etwas ist, ist in die Esoterik abgedriftet. Wir machen uns nicht klar, dass die Naturwissenschaften einen Alleinvertretungsanspruch erheben, der viel dogmatischer ist, als es die Päpste des ausgehenden Mittelalters waren. Es ist verboten, über das nachzudenken, was über uns hinausreicht. Stephen Hawking gießt Hohn und Spott über die gesamte Philosophie aus. <strong><br /><br />C&amp;W: Hawking stand auf der Bestsellerliste; Bücher, die Sinn und Orientierung versprechen, verkaufen sich auch glänzend. Verbote sehe ich da nicht. </strong><strong><br />Gronemeyer:</strong> Aber diese Sinnsuche wirkt doch wie eine Opposition. Die herrschende Meinung wird vom Glauben an Naturwissenschaft und Technik dominiert. <strong><br /><br />C&amp;W: Wer könnten denn die Lobbyarbeiter des Himmels sein? </strong><strong><br />Gronemeyer:</strong> Die Kirchen sollten das sein, aber die haben zu viel Angst, anzuecken. Im Moment überlassen sie das Thema Sehnsucht nach Sinn und Heilung den Esoterikern. Sehr pauschal gesprochen: Die Mehrzahl der Theologen ist eine glaubenslose Herde, die ihre Verzweiflung gut verbirgt. Sie ist sprachlos, was die Themen Auferstehung und Himmel angeht. Es gibt Ausnahmen, aber die meisten versuchen im Mainstream mitzuschwimmen, sich irgendwie rüberzuretten. <strong><br /><br />C&amp;W: Warum hatten die Kirchen dem Siegeszug der Naturwissenschaften so wenig entgegenzusetzen? </strong><strong><br />Gronemeyer:</strong> Sie sind kleingläubig ge?wesen. Es war katholischerseits eine verstockte Dogmatik, die den Naturwissenschaften nur das Feuer des Scheiterhaufens entgegenzusetzen hatte. Beide Kirchen haben zu spät erkannt, dass die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse Menschen in eine große Verlassenheit hineinschleudern. Der Mensch schrumpft zum Nichts im Universum. Darauf hätten die Kirchen reagieren müssen, anstatt ihre Macht zu verteidigen. Sie haben den Paulus-Satz nicht ernst genommen: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Sie haben Jesus nicht ernst genommen, der gesagt hat, das Himmelreich sei dann mitten unter uns, wenn wir im Nächsten Gott erkennen. Das ist so unerfüllt wie vor 2000 Jahren und unangefochten von allen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Menschwerdung steht uns noch bevor. <strong><br /><br />C&amp;W: Gibt es einen sicheren Weg zum Himmel? </strong><strong><br />Gronemeyer:</strong> Die Vorstellung, man müsse dieses und jenes tun, um in den Himmel zu kommen, ist zutiefst unchristlich. Es kann doch nicht darum gehen, gute Werke zu tun, um dafür belohnt zu werden. „Selig sind die Armen, denn sie werden das Himmelreich erwerben“, sagt Jesus. Es nützt nichts, Krankenhäuser zu stiften und à la Bill Gates Impfstoffe in der Welt zu verteilen. Der Platz im Himmel ist eine Gnade, die man sich nicht verdienen kann. <strong><br /><br />C&amp;W: Aber eine Welt voller Leute, die auf Gnade warten, kann die Hölle auf Erden sein?…&nbsp;</strong> </p>
<p><strong>Gronemeyer:</strong> Wir haben doch das gegenteilige Problem. Es gibt zu viele Macher. Wir brauchen aber mehr Menschen, die loslassen können. Das ist die himmlische Tugend der Gelassenheit. Hektische Macherei richtet die Welt zugrunde, auch wenn sie noch so gut gemeint ist. Die Umgangssprache ist da sehr klar: Himmlische Ruhe“ ist eine sehr treffende Formulierung. <br /><br /><br /><strong>C&amp;W: Das klingt so, also hätten Leistungsträger, um ein FDP-Wort zu benutzen, keine Chance auf den Himmel?</strong><strong><br />Gronemeyer</strong>: Jesus sagt dem reichen Jüngling, er sollte seinen Besitz weggeben, wenn er ins Himmelreich kommen wolle. Ich glaube nicht, dass jemand, der auf Kosten von Millionen Armen lebt, ernsthaft etwas von Jesu Botschaft versteht. Wenn wir uns auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und auf die Aussage Jesu über den Reichen und das Nadelöhr konzentrieren, dann haben wir schon viel vom Himmel verstanden. <strong><br /><br />C&amp;W: Die Kirchen gehören auch nicht gerade zu den Armen. Hatte der Papst recht, als er Entweltlichung forderte?</strong><strong><br />Gronemeyer:</strong> Natürlich hat er recht! Aber man kann so etwas nicht verordnen, das muss aus den Gemeinden selbst kommen. In den Urgemeinden gab es immer einen Schlafplatz, immer ein Stück Brot, immer einen Kerzenstummel für den Gast, der da des Weges kommen konnte. Von da aus muss man Kirche denken, als Gastfreundlichkeit gegenüber dem Gescheiterten. <strong><br /><br />C&amp;W:</strong> <strong>Ich ahne nach allem, was Sie gesagt haben, dass Sie die Frage falsch finden. Trotzdem: Glauben Sie, dass Sie selbst in den Himmel kommen? </strong><strong><br />Gronemeyer:</strong> Ich habe diese Frage erwartet! Ich hoffe, dass mir etwas geschenkt wird, das ich nicht verdiene. Ich weiß, dass ich vieles in meinem Leben falsch gemacht habe. Aber ich lebe in einem Gefühl der Aufgehobenheit. Es gibt ein wunderbares Zitat des Sängers Leonard Cohen. In einem seiner Songs heißt es: „There’s a crack in everything and that’s how the light gets in“ – alles hat Brüche und genau dies sind die Stellen, an denen das Licht hineinfällt. Da, wo wir am Rande sind, wo nichts mehr stimmt, wo wir ins Wanken geraten, da können wir Empfangende sein. Schöner als Cohen kann man nicht sagen, was der Himmel ist. <strong><br /><br />C&amp;W: Braucht der Himmel die Hölle? </strong><strong><br />Gronemeyer:</strong> Ich überlege tatsächlich, ob ich einen zweiten Band über die Hölle nachlegen soll. Es fällt mir aber schwer, mir einen Gott vorzustellen, der Menschen in die ewige Verdammnis schickt. Aber mich treibt die Frage um, ob es einen Ort völliger Gottferne gibt. Und ob das Böse jemals zum Ende kommt. In den Fragen nach Himmel und Hölle scheinen die ureigenen Menschheitsfragen auf. Wenn Theologen dazu schweigen, zeigen sie, dass sie Feiglinge sind. <br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Geistesgegenwart</category>
			
			Christiane Florin (Redaktionsleiterin)
			<pubDate>Wed, 16 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
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			<title>Gehorsam - wozu?</title>
			<link>http://www.christundwelt.de/themen/detail/artikel/gehorsam-wozu/</link>
			<description>Das Wort „Gehorsam“ taucht im Programm des Katholikentages nicht auf, doch es wird das Treffen von Mannheim bestimmen. In Österreich proben Pfarrer den Aufstand, auch in deutschen Gemeinden gärt es. Der Wunsch nach Anpassung provoziert. Der Wunsch nach Aufbegehren auch. </description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was würden Sie machen, wenn Sie König von Deutschland wären?, fragten Kölner Marktforscher in deutschen Fußgängerzonen. Die Passanten mussten nicht lange überlegen: die Finanzwelt kontrollieren. Sexualverbrecher härter angehen. Alle Politiker einbuchten, und zwar sofort. Offenbar wächst die Sehnsucht nach Begrenzung der Freiheit. Kontrolle, schärfere Gesetze, Strafen – das mobilisiert freie Bürger. Es ist auch der Wunsch nach Gehorsam, der sich da artikuliert. Selbst das Aufbegehren bewegt sich innerhalb strenger Regeln. Wenn Kapitalismuskritiker via Facebook dazu aufrufen, Global Player zu disziplinieren, ist der Ungehorsam ein bisschen gespielt. Facebook ist das Buch der Bücher, seinen Geboten unterwerfen sich auch Rebellen. Die 901 Millionen Sozialvernetzten haben irgendwann „I agree“ angeklickt. „Ich stimme zu“ klingt demokratischer als „Ich gehorche“. So werden Revoluzzer zu Nutzern. <br /><br />Im Predigtdeutsch folgt, sobald von Facebook die Rede ist, meist die Floskel „der Mensch von heute“. Man könnte katholikentagskompatibel sagen: Der Mensch von heute ist brav und fügsam, solange er das Gefühl hat, freiwillig brav und fügsam zu sein. Er reagiert jedoch allergisch, sobald ihm eine Institution ausdrücklich Folgsamkeit abverlangt. Kein Podium auf dem Katholikentag trägt das Thema Gehorsam im Titel, aber die gesamte Kirchen-Reformdebatte umkreist die Frage: Wie viel Gehorsam verdient die Una Sancta? <br /><br />Widerstand sei in der Natur des Menschen nicht vorgesehen, Gehorsam schon, fasste Stanley Milgram seinen berühmten Psycho-Versuch von 1961 zusammen. Zwei Drittel seiner Probanden waren bereit, einen Mann für falsche Antworten im Lerntest mit starken Stromstößen zu strafen, wenn eine Autoritätsperson dies anordnete. Das Experiment ist ungefähr so lange her wie das Zweite Vatikanische Konzil. Seitdem wurde allerlei liberalisiert, von der Sexualität bis zur Stromversorgung. Der Imperativ „Das tut man nicht“ spielt im Triebgeschehen des Einzelnen keine Rolle mehr. Liebe muss sich keinen Regeln unterwerfen, sie gehorcht keiner Konvention mehr. Die Sexualmoral der katholischen Kirche wird von Gläubigen als Folklore wahrgenommen, Folgsamkeit provoziert sie kaum noch. <br /><br />Am Arbeitsplatz hingegen pariert jeder mehr, als ihm lieb ist, sei es aus Vernunft, Opportunismus oder Bequemlichkeit. ?Eine Wiederholung des Milgram-Experiments ergab vor einigen Jahren eine kaum gesenkte Gehorsamsrate unter den Probanden. <br /><br />Das zuzugeben ist peinlich. Man unterwirft sich nicht einer Autorität, sondern „setzt Unternehmensziele optimal um“. Schicke Büros mit freischwingenden Schreibtischstühlen lenken davon ab, dass sich erwachsene Menschen bunte Bändchen mit Namensschildern um den Hals hängen, weil der Vorstand das wegen der Corporate Identity so will. „Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter glücklich sind“, erzählen Konzern-Kommunikationschefs. Wer nicht beglückt, sondern bloß beschäftigt sein will, kann ja kündigen. „Es zwingt Sie niemand, hier zu arbeiten“, enden solche Personalgespräche. In Vor-Freischwingerzeiten schrie der Herr Generaldirektor: „Raus!“ <br /><br />Gehorsam wird nie per Stellenanzeige gesucht und doch gefunden. Er wird nicht mehr anerzogen und ist doch abrufbar. Mit dem Satz „Ich möchte, dass mein Kind gehorcht“, lässt sich jeder Elternabend sprengen. Wer den preisgekrönten Kinofilm „Das weiße Band“ gesehen hat, lernt die Bunte-Bändchen-Welt als kleineres Übel zu schätzen. Autoritäre Erziehung, das zeigt der Film, ist präfaschistisch, der Vaterbefehl eine Vorstufe des Führerbefehls. Auf ihre Eltern hören sollten die Kinder der Post-68er aber doch wieder. Die Erziehungsberechtigten gehorchen darob Pädagogen, die sagen: Kinder brauchen Grenzen. Aber es sind nicht die von 1937.<br /><br />„Brave Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin“, behauptete einmal ein Bestseller. Der Titel meint nicht das historisch Böse, das die Massen verführte. Neue Imperative kommen tänzelnd daher, in High Heels statt in Marschstiefeln. Es bleiben Imperative: Sei unangepasst, dann kommst du nach oben, aber nach oben sollst du wollen! Gehorsam anderer macht mächtig. Der Wunsch danach wird so wenig aussterben wie der Wunsch nach Macht. Man muss ihn nur sanfter formulieren, hier ein „Mögen Sie?“, dort ein „Ich denke“. Wer Gehorsam ohne Mögen und Denken einfordert, gilt als Reformfall. Dies trifft vor allem zwei gesellschaftliche Kräfte: das Militär und die katholische Kirche.<br /><br />Die Bundeswehr ist schon reformiert, ein Freiherr krempelte sie zur Freiwilligenarmee um. Seitdem werden öffentliche Gelöbnisse kaum noch spektakulär gestört. Freiwillig – das hört sich nach Einsätzen aus Einsicht an. Befehl und Gehorsam wurden zwar mit der Wehrpflicht nicht abgeschafft, sie werden nur ausgeblendet. Reportagen, Dokumentationen und Theaterstücke kümmern sich um Soldaten, die der Befehl in posttraumatische Belastungsstörungen getrieben hat. Die Seele der Rekruten ist das Schlachtfeld. Soldaten, die ohne Therapiebedarf zum Töten und Sterben bereit sind, gelten als medial kaum vermittelbar.<br /><br />Die Kirche wirkt auch wie eine Freiwilligentruppe, seit vom sonntäglichen Glockengeläut kein sozialer Druck mehr ausgeht. „Entscheidungschristentum“ heißt das im Jargon milieugerechter Studien. Die einen entscheiden sich fürs Eine-Welt-Kreis-Biotop, die anderen für den tridentinischen Ritus, Bildungshäuser bieten Thomas-von-Aquin-Studien an, aber auch asiatisch inspirierte Beckenbodengymnastik. Die katholische Welt ist weiter, als es Papst-Schlagzeilen-Leser vermuten. Die Weite zeigt sich im Detail: Jede Gemeinde klebt eigene Lieder und Gebete ins „Gotteslob“, das einst verbindliche Gebetbuch ist über die Jahrzehnte zu einer Bastelarbeit geworden. Das wird geduldet. Doch jeder, der den Katholizismus verinnerlicht hat, ergänzt das Wörtchen „noch“. Der Pfarrer, der Bischof oder der Papst könnten, wenn sie wollten, alle Zusatzseiten wieder herausreißen. Der Gehorsamsgedanke ist immer da, auch beim Basteln. <br /><br />In den Versprechen von Taufe, Kommunion und Firmung bleibt das G-Wort ungesagt. Bei der Priesterweihe hallt es vernehmlich durchs Gotteshaus: „Versprichst du mir und meinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam?“, fragt der Bischof. „Ich verspreche es“, antwortet der Weihekandidat.“ Das geht weiter als ein Klick auf „I agree“. In einer Böse-Mädchen-Gesellschaft führen Aufrufe zum Ungehorsam zur Facebook-Party, wenn aber geweihte Buben, wie nun in Österreich, den Ungehorsam ausrufen, dann provoziert das an höchster Stelle: Gehe es den Geistlichen um Erneuerung im Geiste Christi oder „um den verzweifelten Drang, etwas zu machen, die Kirche nach unseren Wünschen und Vorstellungen umzuwandeln?“, fragte Benedikt XVI. <br /><br />Mein Gott, greift jetzt auch der Papst lieber zum Frage- statt zum Ausrufezeichen? Bittet er bald: Mögen Sie mal? Noch signalisiert ein System aus Lehrentzugserlaubnisdrohungen, Auftrittsverboten und Denunziationen, dass es die Imperative gibt. Wer die Ausrufezeichen nicht hört, wird sie fühlen. Doch die Kirche ist kein Unternehmen, dessen Mitarbeiter Sinnstiftungsziele optimal umsetzen müssen. Sie hat farbige Gängelbändchen nicht nötig. Ihr Begründer war gehorsam, weil er innerlich frei war. <br /><br />Die Gesellschaft, in die sie wirken will, hat sich darauf verständigt, stillschweigend brav zu sein. Denn ein gewisses Maß an Nicken und Jasagen sichert das Wir unter lauter Individualisten. Äußere Anpassung bringt inneren Zusammenhalt. Vorausgesetzt, einige Jas werden aus Überzeugung gesprochen. Um solchen Gehorsam könnte die Kirche kämpfen. Alles andere ist bloß Gefolgschaft. </p>
<p><strong><br /><br />Fünf Fragen an Weihbischof&nbsp; Hans-Jochen Jaschke</strong><strong><br /><br />Christ&amp;Welt: „Bist du bereit, dem Nachfolger des Apostels Petrus treuen Gehorsam zu erweisen?“, wurden Sie bei der Bischofsweihe gefragt. Wie schwer fällt dieser Gehorsam? </strong><strong><br /><br />Hans-Jochen Jaschke: </strong>Gehorsam muss ja nicht immer begeisterter Jubel sein. Er bedeutet ein Grundeinverständnis, eine gute Solidarität. Bisher ist mir das nicht schwergefallen. Kritische Situationen gab es sicherlich. <br /><br /><strong>C&amp;W: Zum Beispiel? </strong><strong><br />Jaschke:</strong> In den 1960er-Jahren „Humanae vitae“, also die Enzyklika zum Thema Empfängnisverhütung. Damit habe auch ich sehr gerungen. Die Königsteiner Erklärung der deutschen Bischöfe sucht einen Ausgleich. Sie ist ein Versuch, gegenüber dem Papst gehorsam zu sein und der Lebensrealität der Menschen Rechnung zu tragen. Aktuell beschäftigt mich die Fassung der Wandlungsworte. Es begeistert mich nicht gerade, dass wir bald in der neuen Ausgabe des Messbuchs „für viele“ statt „für alle“ sagen. Der Heilige Vater gibt uns eine tiefe Begründung und hat natürlich recht, die wörtliche Übersetzung entspricht dem griechischen und dem hebräischen Wortlaut. Aber seine Entscheidung wird von vielen nicht verstanden. Ich hätte gern noch gewartet, aber ich trage sie inhaltlich mit. <strong><br /><br />C&amp;W:</strong> <strong>Haben Sie Verständnis dafür, dass den österreichischen Priestern Kritik nicht reicht? Dass sie zum Ungehorsam aufrufen? </strong><strong><br />Jaschke:</strong> Nein. Dieser Aufruf führt faktisch zu einer Spaltung, und Spaltung ist immer Unheil. Wir müssen streiten, aber wir müssen auch zusammenhalten. Ich muss ungehorsam sein, wenn mich jemand zwingt, etwas Böses zu tun, wenn ich jemanden ans Messer liefern soll zum Beispiel. Aber das verlangt die Kirche ja nun nicht. Insofern ist Ungehorsam ein falsches Reizwort. <strong><br /><br />C&amp;W: Aber manchmal braucht man Reizworte. Wenn alle Vorschläge<br />mit dem Hinweis. „Das ist entschieden“ oder „Werde doch Protestant“ abgeschmettert werden ... </strong><strong><br />Jaschke:</strong> Was wird denn abgeschmettert? Kirche verändert sich. Der Wiener Kardinal Schönborn hat doch einen guten Weg gefunden im Streit um ein Pfarrgemeinderatsmitglied, das in einer homosexuellen Partnerschaft lebt. Entschieden ist die Frage, dass das Priesteramt ein männliches Amt ist. Aber entschieden ist nicht die Frage nach dem Diakonat der Frau, entschieden ist auch nicht, wie man ergänzend zu den Regelungen des Zölibats verheiratete Männer als Priester zulassen kann. Für Reformen braucht man einen langen Atem. Ungehorsam macht atemlos. <strong><br /><br />C&amp;W: Fürchten Sie, dass der Funke aus Österreich nach Deutschland überspringen könnte? </strong><strong><br />Jaschke:</strong> Ich möchte alles tun, um das zu verhindern. Wir haben in Deutschland nicht diese Polarisierung wie in Österreich. Wir Bischöfe sind mit den Laien ständig im Gespräch. Priester haben schon oft die Fahne der Reformation geschwungen, dabei sollten gerade sie für die Einheit sorgen. Ich wünsche mir allerdings auch etwas von Rom: Der Heilige Vater sollte weiter ausgleichend reagieren und mit der Pfarrerinitiative im Gespräch bleiben. So, wie er das bei den Piusbrüdern ja auch versucht. Klar in der Sache, einladend in der Geste.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Großaufnahme</category>
			<category>Geistesgegenwart</category>
			
			Christiane Florin (Redaktionsleiterin)
			<pubDate>Wed, 16 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Plötzlich ist der Hass da</title>
			<link>http://www.christundwelt.de/</link>
			<description>Ein Bonner Vorort im Ausnahmezustand: Vor einer Moschee haben Salafisten gegen die Polizei losgeschlagen. Jetzt geht ein Riss durch die Bevölkerung. 
Und auf beiden Seiten stehen Muslime.<p class="more"><a href="/abo/">Interessiert? Hier geht's zum Probeabo</a></p></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kuntay ist ratlos. „Sie haben uns an unserer Schwachstelle getroffen“, sagt er. Sie, das sind die Leute der rechten Splitterpartei Pro NRW. Die Schwachstelle liegt in der Ehre des Propheten Mohammed. Es ist verboten, ihn abzubilden. Und die Leute von Pro NRW haben am vergangenen Samstag genau das getan, um Muslime zu provozieren. Deshalb ist eine Gegendemonstration gegen Pro NRW außer Kontrolle geraten, wenige Kilometer vom Haus seiner Eltern. Kuntay kann die Gefühle der muslimischen Demonstranten verstehen. Aber er verurteilt, was sie getan haben. Sie haben die Menschen in seinem Ort gegeneinander aufgebracht.<br /><br />Sein Bruder war mittendrin, kurz bevor die Gewalt ausbrach. „Er war wie unter Schock“, erzählt Kuntay über seinen Bruder. Auch, weil er auf einmal auf einer Seite des Konflikts stand, ohne es zu wollen. Demonstranten schüttelten die Autos der anderen beim Durchrollen, aber seines nicht. Denn sein Bruder hat schwarze Haare und dunkle Augen wie alle in der Familie. Kuntays Eltern stammen aus der Türkei. Er selber ist in Bonn geboren und hat vor wenigen Wochen die türkische Staatsbürgerschaft aufgegeben.<br /><br />Als sein Bruder die Demonstranten passierte, hatte sich die Stimmung aufgeschaukelt. Später hielten Leute von Pro-NRW eine Mohammed-Karikatur hoch. Das war ein Teil ihres Wahlkampfes in Nordrhein Westfalen. Sein Motto: „Freiheit statt Islam“. 24 Demonstrationen vor Moscheen. Mit der Karikatur. In Bonn waren Salafisten aus ganz Deutschland angereist. 200 meist junge Männer schrien „Allahu Akbar“, Gott ist groß, und stürmten mit Steinen und Latten auf die hundert Polizisten los, die beide Gruppen trennten.<br /><br />30 Polizisten wurden verletzt, drei davon schwer. Ein muslimischer Demonstrant stach mit dem Messer zu. Eine 30-jährige Beamtin liegt noch im Krankenhaus. Bei der Polizeihauptwache werden noch jeden Tag Blumen für sie abgegeben. Seither herrscht Ausnahmezustand in Bad Godesberg.<br />Kuntay geht auf eins der Elitegymnasien und will Abitur machen. Er wohnt in Muffendorf, dem noblen Teil Bad Godesbergs, am Lyngsberg, wo sich die Ausläufer der Eifel ins Rheintal senken. Türken wohnen normalerweise unten, in Lannesdorf und Mehlem, wo die Luft im Sommer drückt, in Mehrfamilienhäusern, dicht an der Trasse der vierspurigen B9 und den Gleisen, auf denen täglich 200 Züge durchrollen. Bekkay Harrach, der deutsche Propagandist von Al-Kaida, der im vergangenen Jahr bei einem Selbstmordkommando in Afghanistan umkam, lebte bis 2007 in Mehlem, neben dem Bezirksschornsteinfeger. Die Stadt Bonn hat 300?000 Einwohner, zehn Prozent davon sind Migranten. Hier im Süden liegt der Anteil höher. Und er wächst.<br /><br />„Jetzt gibt es zwei Gruppen bei uns“, erzählt Kuntay. Er sagt immer „wir“, wenn er Muslime meint, und er sagt, er kenne jeden in Bad Godesberg. Er fand es gut, dass sich Imame bei der Demonstration am Samstag vor die Polizisten stellten und versuchten, die aufgebrachten Männer zu beruhigen. Er kann die Wut nachempfinden. Aber er selber hätte die Beleidigung des Propheten ausgehalten. Später, im Beruf, will er etwas mit Menschen machen, „ich bin so ein Typ, der auf alle zugeht“. Ihm macht die Konfrontation Sorge, die jetzt auf Facebook junge Muslime spaltet. „Wir hätten das nicht tun sollen“, postete einer. Kuntays Freund schrieb den Kämpfern: „Ich schäme mich für euch!“ und bekam zur Antwort: „Ich schäme mich für dich, dass du nicht für Allah kämpfst!!!“ Einer, der einen Polizisten angegriffen hat, meinte: „Das war noch zu wenig ich hätte ihn umbringen sollen.“<br /><br />Der Schauplatz der Kämpfe lag da, wo Mehlem und Lannesdorf aufeinanderstoßen und kleine bunte Reihenhäuser an einer großen Kreuzung enden. Jenseits der Kreuzung beginnt die Mallwitzstraße mit einem unübersehbaren Gebäude, dem Ziel von Pro NRW: der König-Fahd-Akademie, einem weißen, dreistöckigen Bau mit Glaskuppel und einer mächtigen, golden überwölbten Minarettattrappe.<br /><br />Das saudi-arabische Königshaus hat sie 1985 als Schule mit angeschlossener Moschee gegründet, ursprünglich, um Diplomatenkinder zu unterrichten. Seit die Politik 1999 Bonn verlassen hat, ziehen arabische Familien in die umliegenden Straßen. Immer noch präsentiert Google die Nachrichten von 2003 ganz oben. Da stand die Schule kurz vor der Schließung. Schulbücher predigten den Kampf gegen Ungläubige. Nach Gesprächen auf höchster Ebene ging der Betrieb überraschend weiter. Doch die Sprache und der Zaun schotteten das Haus ab.<br /><br />Das ist erst anders, seit Mogren Al-Mogren im vergangenen Herbst die Leitung übernommen hat. Der 52-jährige Pädagoge hat in den USA promoviert. Und die Akademie geöffnet wie noch keiner seiner Vorgänger. Im Januar hat der christlich-islamische Kontaktkreis zum ersten Mal eine Diskussion im Audimax der Akademie veranstaltet. Am Samstag konnte der WDR die Demonstration vom Dach der Akademie filmen. „Wir unterstützen die Medien“, sagt der 52-Jährige in seinem Büro mit den schneeweißen Ledermöbeln, hinter sich die Flaggen von Deutschland und Saudi-Arabien. Am Sonntagmorgen wurden mehrere der großen Fensterscheiben der Akademie eingeworfen. „Gewalt hat mit Islam nichts zu tun, gar nichts“, sagt Mogren. Er habe Anweisung gegeben, am Montag mit allen Schülern darüber zu sprechen, „dass das, was geschehen ist, nicht unserer Meinung entspricht“. Die Schule wolle Integration voranbringen. Er habe ein Turnier unter den acht Schulen der Umgebung vorgeschlagen, berichtet Mogren: „Wir hätten alles bezahlt: das Stadion, die Schiedsrichter, die Pokale.“ Aber nur zwei hätten sich zurückgemeldet. Einen Augenblick schwindet sein gewinnendes Lächeln aus dem dunkelhäutigen Gesicht. Inzwischen gibt es eine Kooperation mit dem evangelischen Amos-Comenius-Gymnasium. Bildung, sagt Mogren, sei die nachhaltigste Strategie im Kampf gegen Extremismus. Den gebe es in allen Religionen.<br /><br />Früher hat die Schule fast 500 Kinder unterrichtet, jetzt sind es noch 146. „Wir haben Sorge, dass wir die Kontrolle an die Hinterhöfe verlieren“, sagt später, auf der Straße, ein Lehrer. Und mahnt Deutsche, mit Mogren zusammenzuarbeiten: „Wünschen Sie sich alles von ihm, Sie bekommen es! Wen Riad in vier Jahren als Nachfolger schickt, wissen wir nicht.“<br /><br />Hinter der Akademie liegt ein Gewerbegebiet mit dem Knauber-Freizeitmarkt. Alles eine Nummer edler und teurer als bei Obi weiter nördlich. Am Samstagvormittag sahen Anwohner, wie junge bärtige Männer mit Zaunlatten an den Kassen anstanden. Eine Nachbarin der Akademie erzählt, wie Demonstranten aus ihren Gärten Blumentöpfe mitgenommen haben und kindskopfgroße Steine. Aber nachher, fügt eine andere an, entschuldigten sich Muslime für die Gewalt und halfen den Anwohnern, ihre verwüsteten Gärten aufzuräumen. Polizisten jagten die Steinewerfer und Demonstranten durch die Wohnstraßen. 104 Festnahmen. Elisabeth Thissen, die Sprecherin des christlich-muslimischen Kontaktkreises, wohnt mittendrin. Sie hat Fußabdrücke selbst noch in ihrem von Flechtzäunen umgebenen Garten gefunden. „Die antiislamische Stimmung ist groß“, berichtet sie, und die Abneigung findet neue Nahrung.<br /><br />Zum Beispiel in der katholischen Grundschule mitten in Mehlem. Die Hälfte der 340 Schüler hat einen Migrationshintergrund. Deswegen wurde die Schule zum Modellprojekt für interreligiöse Bildung umgebaut. Letztes Jahr bekam sie den Integrationspreis der Stadt Bonn. In dieser Woche, so erzählt man sich auf den Straßen, brüsteten sich muslimische Kinder damit, dass ihre Geschwister mitgekämpft hätten. Oder dass angereiste Kämpfer in ihren Familien zu Gast gewesen seien. „Wir müssen den Schaden begrenzen“, sagt Elisabeth Thissen und macht sich Sorgen, wer unter den Muslimen künftig das Sagen haben wird. Sie weiß von Machtkämpfen in den drei Godesberger Moscheen. Gerade wurde in Mehlem eine vierte eröffnet, in einer früheren Pizzabäckerei. Die Betreiber seien Salafisten, hieß es. Jetzt wehren sich deutsche Nachbarn.<br /><br />Die evangelische Heilandkirche hat Anwohner eingeladen. Über Samstag reden. Auch Al-Mogren ist gekommen, das gab es noch nie. Eine Viertelstunde nach Beginn huschen acht Frauen mit Kopftüchern herein. Elisabeth Thissen kennt sie vom Frauencafé der Kirchengemeinde. „Ich bin die Taala“, sagt eine. „Es war wie Krieg, ich war mit kleinen Kindern da; ich dachte nicht, dass das so eskaliert.“<br /><br />Die Polizei, sind sich alle einig, hat das Treffen unterschätzt. Und sie fragen sich, warum es Pro NRW erlaubt wurde, die Karikatur zu zeigen. Martin von Manweih, der zu den Engagierten in der Kirchengemeinde gehört, sagt mit baltisch gerolltem R: „Ich hätte gegen Pro NRW mitdemonstriert, aber nicht zwischen schwarzen Fahnen mit arabischen Aufschriften, die ich nicht verstehe.“ Presbyter Jürgen Liepe leitet das Treffen. „Ich begreife den Hass nicht, der sich da zeigte“, sagt er. Aber es tut gut, das auszusprechen.<br /><br />Sie alle fürchten, dass der Samstag Fronten aufreißt. „Wir vom Gymnasium“, hat Kuntay gesagt und zum ersten Mal mit „wir“ nicht die Muslime gemeint, „wir vom Gymnasium werden verdächtigt.“ Er spielt im Fußballverein. Die muslimischen Hauptschüler verstehen sich gut. Wenn er über Klausuren redet, antworten sie ihm: „Bist du behindert, hier über Schule zu sprechen?“ Solange man sich kennt, sagt er, ist das lustig, „aber die Freundschaft ist dünn wie Papier“. Eigentlich wollte er hier seinen richtigen Namen nennen. Aber dann hat er sich anders entschieden. Sein Vater hat ihm geraten, jetzt vorsichtig zu sein.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Glaube</category>
			
			Wolfgang Thielmann (Redakteur)
			<pubDate>Wed, 16 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
			
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